Attersee / Atarhoven: Geschichte(n) und Lebensbilder

Aus atterpedia
Version vom 17. Juli 2022, 17:55 Uhr von Admin (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

nach 788: Martinskirche: neu geweihte Kirche des ehemaligen, agilolfingischen Verwaltungszentrums des Attergaus unter Karl dem Großen; ab 788 nach der Absetzung von Herzog Tassilo III.

Älteste schriftliche Nennungen (885) und die ältesten namentlich bekannten Atterseer (vor 800)

Die frühesten schriftlichen Nennungen von Attersee erfolgen: 885 Atarnchova, 888 Aterhov, 890 Atarhof (Schiffmann, Konrad: Historisches Ortsnamen-Lexikon des Landes Oberösterreich)

Die → Breves Notitiae aus den Jahren vor 798 berichten von der Errichtung des Erzbistums Salzburg und Einsetzung von Erzbischof Arn. Im Abschnitt (14,42) werden auch Schenkungen in Attersee berichtet:
Seite 130: "Ditrich et Pildrut tradiderunt casam et curtem et vineam cum pomerio et alio parvo territorio super lacum Atersê."
Seite 131: "Ditrich und Pildrut schenkten das Haus, den Hof und Weingarten mit Obstgarten und anderem kleinen Landbesitz am See Attersee."
Das einzige bekannte Vorkommen von Weinbau am Attersee befindet sich im ehemaligen Ortsteil "Weinberg" in Attersee.

Quelle: Losek, Fritz: → Notitia Arnonis und Breves Notitiae: Die Salzburger Güterverzeichnisse aus der Zeit um 800: Sprachlich-historische Einleitung, Text und Übersetzung. 188 Seiten (Anm.: Die Schenkungen im Attergau werden auf S. 130 unter [14,42] angeführt; Powang auf S. 116 unter [9,7].)

Historische Darstellungen der "Herrschaft Atersee"

Schaunburger im Attergau 1370; s.v.a. die Grenze zw. Ober- und Powang Richtung → Riute et Cella

Winkelhofer, A.: Die Herrschaft Atersee im Mittelalter. In Zeitschrift für Baiern und die angränzenden Länder, München 1817. (erarbeitet während der bairischen Besetzung)
→ Teil 1: Heft 6, S. 303-347: ausgezeichnete, detaillierte Darstellung der Herrschaft Atersee
→ Teil 2: Heft 7, S. 1-40: Die Herrschaft Atersee unter bambergischer Hoheit, und die Herren von Schaumburg

Hormayr, Joseph Freiherr von: Attersee in Oberösterreich, in: Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst, Band 19, Wien 1828.
Teil 1 (S. 345-349) Abgrenzung des Attergaus und Lunaelacense-Grenzen
Teil 2 (S. 398-400) Strazwalaha und Nachbarn des Attergaus
Teil 3 (S. 444-447) Das Innere des Attergaus
Teil 4 (S. 470-472) Pirihinuuanc - Pirichwang - Pichlwang
Teil 5 (S. 500-502) Attersee unter bambergischer Hoheit, und die Herren von Schaumburg.
Teil 6 (S. 549-552) Entwicklungen im Attergau
Teil 7 (S. 556-560) Vöcklabruck, Kogl, Schaumburger
Teil 8 (S. 563-566) Scherfenberger, die letzten - steirischen - Herren der Burg Attersee (S. 565 unten)

Kalktuffquellen des "Mühl-Moos" ermöglichen drei ganzjährig betriebene Mühlen

Das „Moos“ bei Attersee liefert schon immer aus Kalktuffquellen das Wasser für den ganzjährigen Betrieb von drei Mühlen: die Mühle am Mühlbach (Nr. 1), die Wiesmühle (Nr. 5) und die „Mühle im Moos“ (Nr. 6). Das „Mühl-Moos“ ist die größte Kalktuffquelle Oberösterreichs. Die Voraussetzungen für die Kalktuffquelle eine im Jahresverlauf gleich bleibende kühle Wassertemperatur, die auch im Winter nicht zufriert, ein hoher Kalkgehalt des Wassers und ein geringer Nährstoffgehalt. Durch die Abscheidung des Kalziumkarbonats auf Pflanzen kommt es zum sogenannten „Kalk-Turff“. 1990 wurde vom Land Oberösterreich mittels Verordnung im „Mühl-Moos“ eine Fläche von insgesamt 12 ha zum Naturschutzgebiet (NATURA 2000) erklärt.

Groß-Pfarre Attersee 1703-1790: Ortschaften, Häuser, Herrschaften, Berufe, Lebenserwartung

In den Sterbe-Matriken der Großpfarre Attersee werden für den verfügbaren ältesten Zeitraum 1703 bis 1771 wegen (noch) nicht vorhandener Hausnummern bei den Eintragungen die jeweils viel detaillierter definierte Örtlichkeit der Groß-Pfarre und vor allem auch die Berufe der insgesamt verfügbaren 547 mit Berufsangaben verstorbenen Männer und Frauen angegeben. Die Pfarren Attersee und Abtsdorf (mit Zell, Parschallen und Limberg) umfassen ehedem auch alle Gebiete der heutigen Pfarre Nußdorf (ohne den Ort). Die zivile Verwaltung wird mittels Dienstmännern der jeweiligen Herrschaften durchgeführt.

Für 1703-1771 werden die einzelnen Ortschaften und die dort ausgeübten Berufe im Überblick angegeben. Es folgt je Ort eine detaillierte Zusammenstellung der Berufe, der Häuseranzahl und der Grundherrschaften für die Pfarren Attersee, Abtsdorf und das engere Gebiet der (Traunkirchener) Pfarrkirche Nußdorf.

Es schließt sich eine Darstellung des erreichten Lebensalters der erwachsen Gewordenen an: Die ganz überwiegende Zahl der Geborenen stirbt im frühesten und frühen Kindesalter, erst mit dem Erreichen des 20. Lebensjahres geht die Sterblichkeit ganz stark zurück. Wenn man das Erwachsenenalter erreicht, dann hat man ohne Unfall oder Infektionskrankheiten gute Aussichten, rund 70 Jahre alt zu werden.

Die Epidemie in der Groß-Pfarre Attersee 1741/42 bis 1743/46 und Auswirkungen auf die Lebensgeschichten

Wegen der Blattern-Epidemie (= Pocken) sind die Eintragungen 1743-1747 in den Atterseer Matriken sehr lückenhaft und zunehmend schreibunkundig verfasst: mindestens zwei Pfarrer sind während der Epidemie gestorben und insgesamt werden in diesen fünf Jahren mindestens sieben neue Seelsorger mit immer geringeren Schreib-Fähigkeiten (zwangs-)installiert, was an den immer "schwereren Händen" in den Matriken abzulesen ist.

In Attersee gibt es zwischen 1732 und 1741 im „normalen“ Durchschnitt 26 Sterbefälle pro Jahr. In den Sommermonaten 1741 kommt es zu einem ersten Aufflackern der Epidemie (Mai bis Juli 16 Tote). In der zweiten Februarhälfte 1742 kommt es zum vollen Ausbruch der Epidemie: allein zwischen 18. und 27. Februar sterben 16 Menschen. Der Ausgangspunkt der Epidemie in der Großpfarre Attersee liegt im Raum von Aichereben, Streit und Aich und zieht in Richtung Altenberg, Palnstorf und auch Mühlbach, was wohl auch durch die Kirchenbesuchspflicht befördert wird. Der März 1742 bringt 22, der April 21 und der Mai 11 Todesfälle. Die Eintragungen in das Sterbebuch enden abrupt am 18. Juni – wohl mit dem Tod des Seelsorgers. Der neue Seelsorger verzeichnet erst wieder im August 11 Tote – für das Gesamtjahr 1742 zählt er 94 Todesfälle. Im Februar 1743 kommt wiederum ein neuer Seelsorger und die Krankheit scheint beendet, nur um im September umso intensiver erneut auszubrechen. Es sterben an den einzelnen Septembertagen 1743: 8.9.: 3 – 9.9.: 3 – 10.9.: 6 – 16.-18.9.: jeweils 2; insgesamt also 26 Verstorbene allein im September. Ein neuer Seelsorger bleibt von Oktober 1743 bis Ende 1744. Begräbnisse werden laut Matriken immer sporadischer durchgeführt: 1743 gibt es in vier Monaten laut den Matriken überhaupt kein, im Gesamtjahr 1744 nur 13 kirchliche Begräbnisse. 1745 bringt zwei neue Seelsorger und nur 14 Begräbnisse. Die zwei Seelsorger von 1746 sind des Schreibens besonders unkundig und machen nur wenige Eintragungen. 1747 kommen zwei etwas gebildetere Seelsorger, aber erst ab 1748 gibt es wieder geordnete kirchliche Verhältnisse und Eintragungen.

Der Epidemieverlauf kann in der Pfarre St. Georgen aufgrund der Datenlage besonders gut dargestellt werden; sie betrifft dort vor allem die Erwachsenen mit bis zum 10-fachen des Normalwerts, bei den Alten aber nur bis zum 4-fachen.

Köpruner - Eder - Gugg - Hager - Moritz

Die ersten bekannten Atterseer Wirte sind 1626 Georg und Magdalena Köpruner. 1670 heiratet Zacharias Eder die Köpruner-Tochter Anna. Deren Erbe Kaspar Eder übergibt an Lorenz Eder, der den für uns wegen seiner Heirat mit einer Schock-Tochter bedeutsamen Anton Eder als Erben hat. (Anm.: In den Atterseer wird entgegen den St. Georgener Matriken der Name „Eder“ immer als „Edter“ geschrieben, was der damaligen Atterseer Aussprache wohl am besten gerecht wird.)

Anton Eder heiratet 1771 die Magdalena Schock vom Mühlbach; 1773 heiratet Johann Peyr die Anna Schock in der Schockmühle. Dadurch ergibt sich eine erste Verschwägerung der Familien.

1784 heiratet die Witwe Magdalena Eder den Mathias Gugg (wohl einen Bräuer aus Mondsee), wodurch wohl die erste Tafernenbrauerei Attersee begründet worden ist. Daneben wurde auch eine Metzgerei betrieben. Im Josephinischen Lagebuch 1787 ist Mathias Gugg für das „Wirtshaus“ in Attersee Nr. 31 (heute Landungsplatz Nr. 1) und auch für das so genannte „Guggischbaurnhaus zu Nr. 31“ (Attersee Nr. 23; heute Attersee Nr. 18) als Besitzer eingetragen. Mathias Gugg besitzt 1787 weiters das Haus Attersee Nr. 10, das sogenannte „Kritzingerhäusl zu Nr. 31“, das 1866 eine Greißlerei ist – heute Attersee Nr. 7.

1814 heiratet deren Sohn Mathias Gugg jun. als „angehender Wirth zu Attersee“ die Magdalena Schmidsberger des Tafernenwirts von Ampflwang – also der Tafernen-Bräuer Mathias eine Wirtin. 1820 heiratet Franz Xaver Peyr, der Sohn des zugeheirateten Johann Peyr, die Theresia Schmidsberger, die Schwester der Magdalena, wodurch es zu einer erneuten Verschwägerung der beiden Familien Eder-Gugg und Schock-Peyr kommt.

Nach dem frühen Tod des Mathias Gugg jun. heiratet 1823 dessen junge Witwe Magdalena Gugg (27, geb. Schmidsberger) den 20-jährigen Fleischhauersohn Ignatz Haager von Neudörfl bei Attnang als „nunmehrigen Tafernenwirth“. Ignatz war wenig „Tafernenwirt“ sondern immer „Fleischhacker“ und er baut für Attersee auf verstärkten Fleisch- statt Fischkonsum. 1833 ist er 30-jährig erstmals „Ufermeister“ der Atterseer Fischer. Die Brauerei nimmt auch einen raschen Aufschwung: Ignatz Hager wird 1840 als Betreiber der überregionalen „Brauerei Attersee“ genannt. Ignatz baut eine große Meierei auf und verfüttert dort wahrscheinlich die bei der Brauerei anfallenden Treber. Anton Haager wird dem Ignatz Haager und der Magdalena am 16. April 1828 als fünftes Kind und deren einzig überlebender Sohn geboren.

1854 heiratet Anton mit 26 Jahren als Besitzer von Brauerei, Taferne, Meierei und Fleischhauerei die 22-jährige Rosina des Gastwirts und Bürgermeisters Ignatz Wimmer von Sierning. Mit 33 Jahren wird Anton Bürgermeister und später noch viermal. Anton widmet sich besonders der Viehzucht und der Brauerei, ab 1866 auch der Gastwirtschaft und 1875 eröffnet er mit Rosina das Hotel Attersee (3 Jahre nach dem Hotel Kammer), das Anton von Pächtern betreiben lässt. 1876 brennen das Brauhaus, 1878 die Nebengebäude ab und werden rasch mit modernster Technik (energiesparsame Dampfbrauerei) wieder aufgebaut. Anton kauft mehrere (Alpen-)Gasthäuser und ist Mitglied im Alpenverein. Alpenvereinsmitglied und Zahnarzt Ferdinand Moritz heiratet 1881 Antons Tochter Katharina.

1887 übersiedelt der Union Yacht Club Attersee (UYCAs) von Kammer nach Attersee, hat vor dem Hotel Attersee neben dem Dampfschifflandungssteg einen eigenen Seglersteg und im Hotel auch einen Clubraum, was für das Hotel einen wesentlichen Aufschwung brachte.

Nach dem Tod von Anton Hager am 8.3.1907 übernimmt Katharina Moritz dessen Erbe. 1912 verlobt sich der Direktor der Brauerei Zipf mit der Tochter Rosa Moritz und Zipf kauft die Atterseer Brauerei, die rasch eingestellt wird.

1921 verkauft Katharina Moritz das Hotel Attersee an das Land Oberösterreich um 4 Millionen Kronen; 1922 stand dem der Gegenwert von 20 Damen-Waffenrädern gegenüber.

Katharina Moritz stirbt 1929; ihre drei Söhne Ferdinand, Erich und Anton machen bedeutsame Karrieren.

Zur Person Anton Hager, Die Brauerei Attersee, Das Hotel Attersee, Antons Hagers Realitätenbesitz

Versuch einer Annäherung an die Person, den Politiker und den Unternehmer

Die Entwicklung Antons ist vor allem in seiner Familiengeschichte begründet. Anton ist in eine Familie mit Taferne samt Brauerei und auch Fleischhauerei hineingeboren. Antons Vater Ignatz hat zusätzlich eine Meierei mit großem Viehbestand für die Metzgerei aufgebaut. Die Kombination von Meierei und Metzgerei für die Fleischversorgung der bisherigen Fischer und die Schaffung von Arbeitsplätzen für diese in der Brauerei erweist sich als sehr erfolgreich, sodass sich die Brauerei Attersee rasch entwickelt. Von Beginn an widmet sich Anton der Viehzucht und dem Viehhandel. Das Verhältnis von Fleischproduktion (Meierei, Treber), Arbeitskräften in der Brauerei, Bierabsatz ist wesentlich. Anton wendet sich relativ spät dem Gastgewerbe zu. Anton bedient sich sowohl für Brauerei und Hotel tüchtiger Fachleute. Die engen Verflechtungen von Brauerei/Meierei mit den Atterseern und Antons menschliche und Führungsfähigkeiten prädestinieren ihn für die ausgeübten politischen Funktion in der Gemeinde. Anton hat eine enorme menschliche Breite, wenn er mit hochstehenden Persönlichkeiten genauso guten Umgang pflegt und gleich beliebt ist wie bei den Einheimischen und Hörndlbauern beim Viehhandel und allen, die bei ihm Arbeit und Beschäftigung finden, was in seinem Nachruf besonders hervorgehoben zu werden verdient hat: "Die Beteiligung an seinem Leichenbegängnis ist dementsprechend auch geradezu eine massenhafte."

Anton führt die Brauerei zur Blüte

Antons besondere Leistung bzgl. der Brauerei besteht darin, dass er in ungünstiger geographischer Lage (kein Zuganschluss, der See und die Berge als Absatzgrenzen) die Brauerei über 40 Jahre und trotz starker Konkurrenz (Brauereisterben) dauerhaft im oberösterreichischen Spitzenfeld halten konnte. Mit der Verpflichtung ausgezeichneter Braumeister sicherte er die Qualität, mit der Erschließung des Absatzes bis Ebensee, Ried usw. und dem Zukauf von Gasthäusern die Produktion, mit der Unterstützung von Bevölkerung und Arbeitern (Wiedererrichtung der abgebrannten Brauerei innert eines Jahres) und mit der Einführung modernster Brautechnik (Dampfbrauerei) sicherte er der Brauerei Attersee seinen außergewöhnlichen Erfolg. Das Konzept: Brauerei-Treber, Mastviehhaltung, Fleischproduktion und Beschäftigung für die Atterseer Bevölkerung und entsprechende unternehmerische und politische Führung erwies sich als äußerst erfolgreich.

Anton riskiert die Großinvestition "Hotel Attersee"

Antons gastronomische Anfänge sind bescheiden und bedachtsam. Er beginnt mit Beherbergung und vermietet in seinen Häusern möblierte Wohnungen und Zimmer und bietet auch „Wagen- und Reitpferde sowie Schiffe für die Seefahrt“ an. Unvermittelt eröffnen Anton und Rosina aber 1875 vor dem Landungssteg das „Hotel Attersee“ mit 50 Zimmern. Die Beweggründe hierfür war wohl Ida´s Hotel Kammer und die Herkunft von Rosina als Gastgebertochter. In den Anfangsjahren lief das Hotel nicht besonders gut und er hat anfangs mit den Pächtern keine gute Hand, später sehr. Mit der Übersiedlung des Union Yacht Club Attersee (UYCAs) 1887 von Kammer nach Attersee wendet sich das Blatt. Der Club hat im Hotel Attersee neben den Unterkünften auch einen Clubraum. Der Grund für die Übersiedlung ist wohl in den nordöstlichen Windverhältnissen des Attersees zu finden. Neben den Feriengästen wird das Hotel auch gerne von der lokalen Bevölkerung besucht und es gibt im Jahresverlauf eine Vielzahl von Veranstaltungen. Antons Tochter Katharina verkauft 2021 das Hotel an das Land Oberösterreich; die Inflation entwertet den Erlös in kürzester Zeit vollständig. In den 20er-Jahren gibt es im Hotel vermehrt politische Veranstaltungen, die in die „Saalschlacht in Attersee“ 1932 münden. In der Christnacht 1945 brennt das Hotel Attersee wegen unvorsichtigen Umgehens eines amerikanischen Soldaten mit offenem Treibstoff in der Nähe des Ofens vollständig nieder; die Feuerwehr konnte nur ein Übergreifen auf benachbarte Häuser verhindern.

Anton als erfolgreicher Investor

Der Brauereikomplex stellte einen bedeutsamen Wert von mehreren 100.000 fl. dar. Dazu kam noch eine große Meierei für einen geschätzt dreistelligen Viehbestand, der in enger Beziehung mit den Treber der Brauerei stand. Anton besitzt neben den Hotel Attersee auch noch das bekannte Hotel Kiener in Unterach und mehrere Gasthäuser und auch Alpenhütten. Im Ort gehört Anton das „Hagerhaus“ (Landungssteg Nr. 1), das Auszugshaus (ehemals Attersee Nr. 36) und das alte Auszugshaus (heute Atterseer Hauptstraße 7).

Schock und Peyr auf der Schockmühle (Mühlbach Nr. 1)

Die ältesten Müller am „Milbach“ sind die Thalhammer – die enge Beziehungen zur Mühle in Thalham haben. 1640-49 übernehmen Wolfgang und Magdalena Riedl die Mühle und bereits 1645 wird Wolfgang als „Sagmeister“ genannt und ab nun wird der „Milbach“ in den Aufzeichnungen zum „Mülbach“.

1649 kommen Wilhelm und Susanna Schock an die Mühle und Säge am Mühlbach – die sogenannte „Schockmühle am Mühlgang“; von den zwölf Kindern ist vor allem Abraham bedeutsam.

Abraham übernimmt mit Susanna 1688 die Mühle und hat zehn Kinder. Der älteste Sohn Lorenz ist für die Schockmühle wegen der direkten Linie bis heute von Bedeutung. Dieser heiratet 1711 in Altenberg die Maria des verstorbenen Tobias Roidter und betreibt die dortige Landwirtschaft. 1733 begründet er dort die erste (Ausleitungs-)Mühle und Säge (die heutige „Klezlmühle“).

1725 wird dem Lorenz Schock eine Susanna geboren. Diese Susanna Schock heiratet 1743 als Waise mit 17 Jahren – während der Pockenepidemie – den 30-jährigen Waisen Johann Häberl, Bauer zu Moos (Mühlbach Nr. 4) und bekommt ihrerseits 1744 eine Susanna, deren Eltern in der Epidemie ebenfalls bald sterben und die als Waise 1766 den nachgeborenen Georg Heipl „auf der Edt“ (Erlath Nr. 28) am Kronberg heiratet. Damit reicht die verwandtschaftliche Beziehung vom ehemals ersten Schock am Mühlgang und den heutigen Besitzern über vier Jahrhunderte.

Abraham Schock stirbt 1715 mit nur 50 Jahren; seine („selig hinterlassene“) Witwe Susanna heiratet 1719 den Witwer der Wiesmühle Elias Hisch. (Die beiden sterben 1742 innert einer Woche an den Pocken.) Der zweitälteste Sohn David erbt nach Abrahams Tod die Schockmühle und hat 1725 den Sohn Philipp. Dieser heiratet etwa 1746 während der Epidemie die Barbara und bekommt mit ihr die für Attersee so bedeutsamen Töchter Magdalena (geb. 1747) und Anna Maria (geb. 1750) Schock. Ein Nachfolger für Philipp kommt offenbar nicht mehr zur Welt, sodass andere Lösungen mittels Ver- und Zuheiraten der zwei Töchter eingeschlagen werden (müssen):

  • 1771 heiratet der Wirtssohn Anton Eder aus Attersee die Magdalena Schock,
  • 1773 heiratet der Müllersohn Johann Peyr von Reicherthalham bei Vöcklamarkt die Anna Maria Schock und damit in die Schock-Familie ein.

(Einfügung: Die Mutter der beiden Töchter Barbara stirbt 1780. Als letzter Schock stirbt 1788 der ledige Joseph Schock als Müller in Mühlbach; dieser wird noch 1787 im Josephinischen Lagebuch als Besitzer der "Kollermühle" in Nußdorf - heute „Am Anger Nr. 5" - genannt.)

Johann Peyr ist als „Zugeheirateter“ von Anfang an eng in die Schock-Familie eingebunden und hat enge Beziehungen zum gleichaltrigen Johann Hubinger von der Moosmühle. Einen wesentlichen Einfluss auf die Geschicke Attersees hat indirekt Franz Xaver Hisch von der Wiesmühle (siehe Geschichte der Familie Hisch): Das letzte Kind des Johann Peyr wird nach diesem Franz Xaver benannt und legt den Grundstein für den bedeutsamen Aufstieg der Peyr im 19. Jahrhundert.

Über die Ampflwanger Wirtstöchter kommt es zu einer erneuten Verschwägerung der Familien Peyr und Gugg/Hager:

  • 1814 heiratet Mathias Gugg, Sohn des Mathias und der Magdalena Gugg (verw. Eder, geb. Schock), die Magdalena Schmidsberger
  • 1820 heiratet Franz Xaver Peyr, Sohn des Johann und der Anna Maria (geb. Schock), die Theresia Schmidsberger, die Schwester der Magdalena.

Mathias Gugg stirbt bereits 1821 und die junge Witwe Magdalena (28), nunmehr Gugg, heiratet

  • 1823 den jungen Fleischhauersohn Ignatz Hager (20) – Trauzeuge ist ihr Schwager Franz Xaver Peyr.

Mit Ignatz Haager bekommt Magdalena 1828 den Sohn Anton Haager. 1835 bekommt Franz Xaver Peyr den Joseph Peyr, der neben Anton Hager seine eigene Karriere recht intensiv verfolgen wird.

Vorerst aber kann Franz Xaver Peyr auf eine recht erfolgreiche gesellschaftliche und auch wirtschaftliche Entwicklung blicken. Seine Tochter Theresia heiratet den Pettighofener Industriellen Anton Peyr, Wilhelmina den Edlen von Pflügl und Carolina den Ebenseer Noska. Sein Sohn Josef heiratet 1858 das Fräulein Paulina von Pausinger vom Schloss Kogl. Franz wird 1850 erster Bürgermeister von Attersee. Er kauft auch die beiden anderen Mühlen bzw. Sägen und betreibt das Handelsunternehmen „Franz Peyr, Bau- und Brennstoffe“.

Der junge Josef Peyr wird 1861 Teilhaber des Unternehmens und betreibt eine Niederlassung in Wien. 1864 übernimmt der 29-jährige Josef mittels Kaufvertrag vom Vater das Sägewerk und die Mühlbacher Realitäten auch gegen einen Erbanspruch der Schwestern. Josef schwingt sich in höchstrangige Investoren-Comités auf, wird vierter Bürgermeister von Attersee, Landtags- und Reichsratsabgeordneter.

1871 stirbt Franz Xaver Peyr. Josef kommt vor allem wegen seiner Handelstätigkeiten in finanzielle Schwierigkeiten und verkauft in den nächsten Jahren seine Atterseer Realitäten vor allem an Johann Oehn und auch an Johann Hubinger.

1881 stirbt Josef mit 46 Jahren in Wien, seine Frau 1884 in Linz. Zwischen 1884 und 1892 versterben auch seine drei Schwestern und 1889 sein einzig überlebendes Kind Margarete mit 17 Jahren in Ebensee.

Hisch und Hubinger (II) auf der Wiesmühle (Mühlbach Nr. 5)

Die Müller-Familien Hisch leben im 17. Jahrhundert auf der Wiesmühle am Mühlbach. Der Witwer Elias Hisch heiratet 1719 Susanna Schock, die Witwe des 1715 verstorbenen und äußerst angesehenen Abrahamb Schock von Mühlbach Nr. 1, wodurch es zu einer ersten Verbindung von Schock- mit Hischmühle kommt. Der Sohn von Elias heiratet 1715 die angesehene St. Georgener Marktbürgerstochter Elisabeth, stirbt aber bereits 1729 als eines der ersten Opfer der Pockenepidemie und hinterlässt den Sohn Johannes. Im Folgejahr sterben auch Elias und Susanna innert zwei Wochen an der Epidemie.

Die Mühle war für die Hisch nicht mehr zu halten und geht 1742 an Wolfgang und Elisabetha Starlinger. Im Theresianischen Gültbuch 1750 scheint Wolf Starlinger als Besitzer der „Mühle und Säge“ auf, der aber 1751 stirbt. Dessen Witwe will die Mühle weiter betreiben, was dem Johannes Hisch mit 36 Jahren doch noch eine Heirat mit der 28-jährigen Susanna des David Schock von Mühlbach Nr. 1 ermöglicht. Mit dieser Heirat wird nun auch eine genetisch-verwandtschaftliche Verbindung zwischen den beiden Familien Schock und Hisch bewirkt. Diese Heirat wird wegen der Vorbildwirkung ihres 1761 geborenen Sohnes Franz Xaver für die beiden Familien Schock/Peyr und Gugg/Hager für Attersee recht bedeutsam.

1761 stirbt Johannes Hisch mit 45 Jahren, 1763 stirbt auch die Witwe Elisabetha Starlinger; wahrscheinlich kauft noch zu deren Lebzeiten der Bäcker Kaspar Messerer sen., Bäcker von Schörfling, die Wiesmühle und sein Sohn Kaspar Messerer heiratet 1763 die verwitwete Müllerin Susanna Hisch und die beiden bekommen zwei Söhne, die aber jung sterben. Kaspar nimmt nun den Franz Hisch aus der ersten Ehe seiner Susanna mit dem verstorbenen Johannes Hisch „an Kindes statt“ an und dieser bekommt offensichtlich eine recht gute Ausbildung, die ihn für die Ehe mit der gebildeten Elisabetha Lehrl in Frage kommen lässt.

1787 kommt es zur pompösen kirchlichen Hochzeit des Franz (Xaver) Hisch mit Elisabetha Lehrlin. Als Trauzeugen fungieren Kaspar Messerer als „Vater“ (sic!) des Bräutigams und Conrad Lehrl, der Bruder der Braut. Die Trauung wird vom Archidiakon (= Vertreter des Bischofs), dem Diakon von Ischl, dem Subdiakon Franciscus Xaver Lehr von Bad Goisern und dem Bruder der Braut Joachim Lehrl - den Pfarrvikar von Attersee - zelebriert.

1793 lassen auch der zugeheiratete Johann Peyr und seine Maria Anna (geb. Schock) von der Schockmühle ihren letztgeborenen und für Attersee künftig recht bedeutsam werdenden Sohn am 5. Dezember vom selben Atterseer Pfarrvikar Joachim Lehrl ebenfalls auf den Namen „Franciscus Xaver“ taufen.

Franz Hisch und Elisabetha Lehrlin haben 12 Kinder, von denen aber nur der Erstgeborene Josef Hisch überlebt und - da alle seine Kinder sterben - als „armer Quartierer“ in Palnstorf stirbt.

Die Messerermühle bzw. Wiesmühle wird durch Franz Xaver Peyr - der aufgrund des besonderen Einvernehmens Taufpate aller Kinder des (letzten) Josef Hisch geworden ist - von der Schockmühle erworben und seinem Sohn Josef Peyr anlässlich dessen Heirat 1858 als Mitgift gegeben.

1873 hat Johann Hubinger (von der Tischlermühle in Straß Nr. 16 kommend) die Wiesmühle in Mühlbach Nr. 5 von Josef Peyr gekauft. Gleichzeitig wird die Tischlermühle in Straß Nr. 16 von Johann Hubinger an Franz Häupl (II.) verkauft und ist letzte Station der Häupl vor dem Erwerb von Mühlbach Nr. 1.

Huebinger auf der Moosmühle, später Oehn und Reinthaler (Mühlbach Nr. 6)

Der älteste namentlich bekannten Müller am Millmoos, der wohl um 1600 auf der Moosmühle (Mühlbach Nr. 6) geboren wird, ist Wolf Huebinger. Dessen Kinder haben durchwegs biblische Namen: Maria, Adam, Tobias, Salome, Elias und Anna und überleben wohl alle. Die weiteren Müller sind Elias, Paul(us) und Lorenz. Dessen Sohn Adam Hubinger ist enger Freund vom an den Mühlgang (Nr. 1) zugeheirateten Johann Peyr. Dessen Sohn Johann Hubinger wird 1810 als Müller und Sagmeister geführt, er hat demnach eine Brettersäge eingerichtet.

Aus alter Verbundenheit hat wohl der Sohn des Freundes Johann Peyr, Franz Peyr, in den 1850er-Jahren die Moosmühle Nr. 6 gekauft und dem Johann Hubinger das Auszugs- und Wohnrecht eingeräumt. Franz Xaver Peyr schenkt die Moosmühl 1859 seiner jüngsten Tochter - mit dem Auszugs- und Wohnrecht für den Johann Hubinger - anlässlich derer Hochzeit mit dem Offizier Otto Edler von Pflügl, der aber bereits 1866 als Kriegsinvalider stirbt. Josef Peyr wohnt schon 1863 nicht mehr am Mühlgang (Nr. 1) sondern bereits im Mühlmoos (Nr. 6). Mit dem Tod des Johann Huebinger am 14.6.1865 endet die Huebinger-Linie nach über zweieinhalb Jahrhunderten im Mühlmoos.

Schon vor 1875 hat Josef Peyr die Moosmühle an Johann Oehn verkauft, der es seinem Sohn Hermann übergibt. Die Brettersäge brennt 1904 ab und Mühlbach Nr. 6 wird ab dieser Zeit als Landwirtschaft betrieben. Hermann Oehn als Erbe von Mühlbach Nr. 1, 2, 3 und 6 (plus Auszugshaus Nr. 7) verkauft während des Ersten Weltkriegs seine übrigen Mühlbacher Besitzungen und lebt fortan im Mühlmoos Nr. 6. 1919 adoptiert der kinderlose Hermann Oehn die Enkelin seines Schwiegervaters Theresia Ritzberger, die 1924 den Anton Reinthaler heiratet und es ziehen beide ins Mühlmoos. 1952 wird Anton Reinthaler wegen seiner Verstrickungen während des nationalsozialistischen Regimes verurteilt und geht seines Vermögens und damit auch des Eigentums am Mühlmoos verlustig.

Oehn und Reinthaler kommen nach Mühlbach

Johann Oehn sen. ist herrschaftlicher Verwalter von Weingütern in Gobatsburg bei Langenlois. Sein Sohn Johann Oehn gehört 1848 der Freiwilligen-Legion an und heiratet die begüterte Theresia Englmayr. 1855 wird ihnen als drittes Kind Hermann Oehn geboren.

1870 betätigt sich Johann Oehn jun. als Investor im Attergauer Gebiet (mit Peyr, Hager, Fürsten Wrede, Pausinger).

Um 1873 kaufen Johann und Theresia Oehn von Josef Peyr die Mühlbacher Realitäten.

Johann Oehn ist 1881 an der Gründung des OÖ Bauernvereins beteiligt; sein Sohn Hermann heiratet Maria Ritzberger, die Tochter des Mitgründers des Vereins Mathias Ritzberger. Hermann erbt um 1890 die Mühle und kümmert sich um deren Entwicklung und lässt seine sämtlichen Gebäude und Wirtschaftsräume aus Wasserkraft elektrisch beleuchten (und auch das Hotel Attersee).

1897 wird Hermann Oehn zum Obmann des „Oberösterreichischen Bauernvereins“ gewählt und bleibt dies bis Sommer 1919. 1899 meldet das Grazer Tagblatt Hermann Oehn als „Gutsbesitzer, Führer und Obmann des Oö. Bauernvereins." 1900 sitzen im „Wahlausschuss der unabhängigen Bauernschaft“ der Gutsbesitzer Hermann Oehn von Attersee und sein Schwiegervater Mathias Ritzberger, Bauer in Winkeln bei Alkoven“.

Vom 30.4.1903 bis zum 9.5.1906 ist Hermann Oehn Bürgermeister von Attersee.

Das Sägewerk am Mühlgang brennt 1903, die obere Brettersäge 1904 ab; Hermann ist unterversichert. Ab Sommer 1909 (bis 1914) nutzt Hermann die Möglichkeiten des aufkommenden Fremdenverkehrs in allen seinen Häusern. Er bietet viele Fremdenverkehrszimmer in Mühlbach Nr. 1, Nr. 3 und Nr. 6 an. Während des Ersten Weltkriegs geht das Sägewerk an Markus Griesebner, 1918 an Franz und Kornelia Häupl

Die kinderlosen Oehn adoptieren 1919 Theresia Ritzberger, die Tochter des Sohnes des Mitgründers des Oö Bauernvereins, und Hermann tritt als Obmann des Oö Bauernvereins zurück.

Anton Reinthaler heiratet 1924 Theresia Ritzberger-Oehn und bekommt mit ihr zwei Kinder, die unmittelbar sterben.

Die Linien Oehn und Reinthaler gehen 1931/1943 bzw. 1958/1962 (Aufham) zu Ende.

Der bemerkenswerte, lange Weg der Heipl (zurück) auf die Schockmühle

Überblick: Der bemerkenswerte vier Jahrhunderte berührende Weg der Heipl führt mit mehreren zum Teil äußerst glücklichen Fügungen (zurück) auf die Schockmühle: Steinpichl ("Stambühel") → “auf der Edt“ am Kronberg → Sigerermoos am Kronberg → Miesling → Unterach → Unterburgau → Tischlermühle in Straß → Schockmühle ("am Mühlgang", Mühlbach Nr. 1).

Die Besitzer "der Edt" des Stifts Mondsee am Kronberg (Erlath Nr. 28) haben zweimal keine männlichen Nachfolger, sodass es zu Zuheiraten (Hemetsberger von Buch, Heipl von Steinpichl) kommt. Das Schicksal des "nachgeborenen" Johann Georg Heipl als einziger männlicher Nachkomme ist wohl außergewöhnlich. Nicht nur, dass er von seiner Mutter, dem "Schwieger-Großvater" und dem Stiefvater erzogen wird, heiratet er nach dem Tod seiner Mutter als Waise die ebenfalls verwaiste Susanne Häberl (eine Schock-Enkelin) von der Wiesmühle in Mühlbach. Offenbar ist er eine recht beeindruckende Persönlichkeit, sodass ihm von der Obrigkeit in den Grundbüchern nicht nur "die Edt" zugeschrieben wird, sondern auch das benachbarte "Sigerermoos", welches sein Sohn Johann bekommt. Dessen Sohn Johann (Nepomuk) Heipl wagt den Sprung als Müller nach Miesling. In der Folge wird er Müller und Bäcker in Unterach "auf der Wiesen" neben der Seeache. Offenbar ist Johann Heipl wirtschaftlich recht erfolgreich, da er nicht nur ein größeres Auszugshaus dazu erwirbt, sondern auch eine Landwirtschaft in Unterburgau, die sein Sohn Franz - ab nun als "Häupl" - bekommt. Franz entwickelt sich vom Landwirt zum Gastwirt und erwirbt weitere Realitäten, die er 1873 gegen die Tischlermühle in Straß eintauscht. Sein - noch in Miesling geborener - Sohn Franz II. führt diese Mühle sehr erfolgreich und ist in der Bevölkerung recht beliebt. 1918 heiratet dessen Sohn Franz III. Nelli Perhab und erwirbt mit ihr die Säge am Mühlgang in Attersee.

Schulmeister und Schule in Attersee (seit 1650)

Überblick: Der älteste bekannte Schulmeister in Attersee ist von 1650-1665 Hans Sillinger. Die Schulmeister sind recht angesehen, wie Taufpatenschaften z.B. mit Müllermeistern von der Schockmühle belegen. Die bedeutsamen Familien Hager (Bürgermeister), Peyr (Abgeordneter), Kalteis (Arzt) sind bedeutsame Förderer der Schule. Um 1902 wird der Neubau des Schulgebäudes in Angriff genommen.

Quellen

Darstellung der Lebensgeschichten v.a. auf Basis von ca. 4.000 Zeitungsartikeln ("Anno") und Matriken-Einträgen

Breves Notitiae (vor 798, der Errichtung des Erzbistums Salzburg und Einsetzung von Erzbischof Arn)

Losek, Fritz: Notitia Arnonis und Breves Notitiae: Die Salzburger Güterverzeichnisse aus der Zeit um 800: Sprachlich-historische Einleitung, Text und Übersetzung. 188 Seiten

Winkelhofer, A.:Die Herrschaft Atersee im Mittelalter. In Zeitschrift für Baiern und die angränzenden Länder, München 1817.

Hormayr, Joseph Freiherr von: Attersee in Oberösterreich, in: Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst, Bd 19, 1828.

Koch-Sternfeld, J. E. Ritter von: → Topographische Matrikel , geschöpft aus dem diplomatischen Codex der Juvavia, (Salzburg) ; und aus dem Codex des Chronicon lunaelacense, (Mondsee); vom VI. bis zum XI. Jahrhundert reichend. München 1841 [Jahresdaten vieler Ortschaften des Attergaus; OFFEN]