Liste der Gemeinde Keutschach

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  • Keutschacher See-Insel

0,21 ha; 506 m ü. A.; Neolithikum 4000 - 3500 BC, Eisenzeit 1000 - 500 BC; UNESCO-World Heritage Site

Zeitstellung: Datierung anhand von Keramik, C14-Daten (auszugsweise nach Cichocki, 2000): (VRI-1551) 5420±60; (VRI-1552) 5140±60; (VERA-0046) 5140±60; und Dendrodaten (nach Cichocki, 2000): Pfahl (Pr.Nr. 254) 3947 WK; Pfahl (Pr.Nr. 1005) 3871 WK. Urnenfelderkultur: C14-Datum (nach Cichocki 2001): 930-800 v. Chr.

Beschreibung: Die Pfahlbaustation Keutschach wurde als erste Siedlung in Österreich im Jahr 1864 entdeckt. 1951-52 wurde die Station erstmals durch G. Mossler vermessen, wobei auch eine Holzartenbestimmung und palynologische Untersuchung durchgeführt wurde. 1953 wurde die Station unter Denkmalschutz gestellt. 1974 erfolgte eine Kontrolle durch eine Tauchequipe des Bundesdenkmalamtes. Seit 1993 wird die Siedlung im Rahmen eines Projektes unter O. Cichocki mit Schwerpunkt Dendrochronologie bearbeitet. Die Anlage von Keutschach ist eine Inselsiedlung. Auf einer länglich ovalen Untiefe in der Mitte des Keutschacher Sees gelegen erstreckt sie sich ungefähr über eine Länge von 75 m und 35 m Breite. An ihrer höchsten Stelle kommt die Siedlung bis ca. 1,75 m an die Wasseroberfläche heran. Die tiefsten Pfahlsetzungen finden sich ca. auf 6,5 m Tiefe. Der relativ große Niveauunterschied lässt eine Siedlung die teilweise auch im Wasser gestanden hat als denkbar erscheinen. Sowohl die Dreiphasigkeit der C14-Daten (Neolithikum, Urnenfelderzeit und Mittelalter) als auch die Untersuchung der Keramik, die wir der Kanzianiberg-Lasinja-Gruppe zuordenbar ist, belegen die lange und wiederkehrende Nutzung der Untiefe. Die Siedlung wurde wegen ihres für österreichische Verhältnisse günstigen Holzartenspektrums für umfangreiche dendrochronologische Untersuchungen ausgewählt. Bislang konnte eine absolut datierte Mittelwertkurve mit einer Dauer von 294 Jahren ermittelt werden. Die Pfahlbausiedlung von Keutschach ist nicht nur forschungshistorisch von großer Bedeutung, sie stellt auch den wichtigsten Fundort der Pfahlbaukultur südlich des Alpenhauptkammes in Österreich dar. Sie befindet sich damit in einem geographischen Schnittpunkt zwischen den Siedlungen des Salzkammergutes und den Pfahlbausiedlungsarealen von Slowenien und Oberitalien.

Bibliographie: Mossler 1954, 76-109; Mossler 1951-55, 8-9; Offenberger 1982, 133-141; Cichocki 1993; 647-648; Samonig 2003; Chichocki 2004; Cichocki und Dworsky 2005, 251-254; Cichocki und Dworsky 2006, 90-95; Gleirscher 2007, 104.


  • Hafnersee-Insel

0,08 ha; 510 m Seehöhe; Neolithikum 4000 - 3500 BC; Pfahlbau Station

Zeitstellung: Datierung anhand eines Steinbeilfragmentes und C14-Datierung (vgl. Stadler 1995)

Beschreibung: Die Siedlung des Hafnersees befindet sich ebenso wie beim Keutschacher See in einer Insellage. Die Reste der Siedlung befinden sich ca. zwischen 1,6 und 5 m Tiefe. Die Siedlung wurde erst 1974 durch Taucher des Bundesdenkmalamtes entdeckt. Bei den letzten Untersuchungen und der Vermessung des gesamten Pfahlfeldes 2004/2005 konnten keine Kulturschicht und keine Funde festgestellt werden. Einzig die Pfähle sind noch vorhanden. Die Pfähle stecken mitunter recht seicht im Sediment und lösen sich dementsprechend leicht.

Bibliographie: Offenberger 1974; Offenberger 1986; Cichocki-Dworsky 2004.