Ida´s Lob in der Wiener Sonntagszeitung vom 29. Juli 1883

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„… den ersten Platz nimmt das schöne Kammer ein. Die Herrschaft Kammer, das alte und neue Schloss mit seinem prächtigen Park, das große Hotel mit über 60 Zimmern, einem prachtvollen Speisesaal, einem Cafehaus und einem Kiosk, dazu die beiden schönen Dampfschiffe, welche den Verkehr auf dem Attersee zwischen Kammer und Unterach vermitteln, sind Eigentum der Gräfin Khevenhüller. Bis zum vorigen Jahr führte die Gräfin, secundiert von ihrem Gemahl, selbst die Verwaltung des umfangreichen Besitzes, sie war es, die das alte Schloss renovieren ließ, sie erbaute das große Hotel und ließ zwei Dampfschiffe herstellen, führte selbst die Direction des Ganzen, bis in die kleinsten Küchen-Details. Ich glaube nicht, dass das Muster dieser „arbeitenden“ hohen Aristokratin auf ihre Standesgenossinnen ansteckend gewirkt hat oder wirken wird, aber vor der Energie, mit der die Dame das Geschäft leitete, vor dem Mute, mit dem sie, die bekannten aristokratischen Standesvorurteile bei Seite setzend, sich dem Unternehmen widmete, vor dem Fleiße, mit dem sie vom frühesten Morgen bis in die Nacht bei der Sache war, musste Jeder, der damit bekannt wurde, Achtung haben. Und dabei war die Gräfin gegen ihre Gäste von einer Liebenswürdigkeit und einer Aufmerksamkeit, dass sich die Anwesenden alle wie zu einer Familie gehörend fühlten und in Folge dessen denn auch im vergangenen Jahre nach Kammer gefüllt und der Aufenthalt daselbst ein äußerst angenehmer war. Die Neu-Anlagen, welche der immer ins Große gehende Geist der Gräfin Khevenhüller zu Stand brachte, nahmen aber nach und nach so große Dimensionen an, dass der Gräfin die Gesamtverwaltung doch zu schwierig erschien und nun wurde das Hotel vom Oktober vorigen Jahres ab auf fünf Jahre an den Hotelier Stürzlinger aus Wels verpachtete, dessen Sohn die Leitung übernahm. Herr Stürzlinger jun. ist ein Hotelier in allergößtem Style. Er hat sich in den Musterhotels der Schweiz ausgebildet und war in Frankreich, England und Amerika.“