Entstehung des Salzkammerguts, Europas und der Welt

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"Urknall" vor 13,7 Mrd. Jahren

vor 13,7 Milliarden Jahren; Entwicklung; Entstehung von Milchstraßen ...

Entstehung unseres Sonnensystems vor 5 ½ Mrd. Jahren

  • "Supernova-Explosion" vor 4,55 Milliarden Jahren produziert alle heutigen Elemente (aus denen wir bestehen) und
  • injiziert diese Elemente in eine Wasserstoffwolke und komprimiert diese, sodass es zu einem Gravitations-Kollaps kommt
  • Ausbildung unserer Sonne und der Planeten innert der "Oort´schen Wolke"; Jupiter verhindert die Entstehung eines weiteren Planeten zwischen ihm und dem Mars
  • Proto-Erde kollidiert und verschmilzt mit dem Kleinplaneten "Thera" und erwirbt damit den überproportional großen Eisenkern (samt den radioaktiven Elementen) und den ihre Rotationsachse stabilisierenden Mond

Entwicklung der Erde

Wie unser Festland entstand: → "Google Earth der Urzeit"; z. B. "Linz" eingeben und mit den Pfeilen (<, >) in die Vergangenheit (bis 750 Mio. Jahre vor heute) steuern. Es wird jeweils eine kurze Beschreibung der Zeitepoche gegeben. Linz ist seit 300 Mio. Jahren "an Land" – wegen des uralten "Variszischen Gebirges" (Mühlviertel).

Wenn man z.B. "Rom" eingibt, sieht man, dass dieses Land erst seit rund 20 Millionen Jahren "trockenes Land" wird und sich seither die Alpen gebildet haben. Man erkennt auch, dass Europa erst in diesen jüngeren Erdzeitaltern entstanden ist.


65 Millionen Jahre Klimaentwicklung: 34 Ma Vergletscherung der Antarktis; 3 Ma Schließung Panama-Meerenge → Golfstrom; Quelle zur → Temperaturbestimmung mittels Verhältnis O18/O16

Die → Erdneuzeit, das Känozoikum, umfasst die letzten 65 Mio. Jahre und ist in die Perioden Paläozen, Eozän (früher zum Tertiär zusammengefasst) und Quartär (Oligozän, Miozän, Pliozän, Pleistozän) unterteilt. In seiner ersten Epoche, dem Paläozän, dauerten die warmen Zustände der Kreide weiter an. Es dürfte weder an den Polen noch in den Gebirgen Vergletscherungen gegeben haben. Der Meeresspiegel lag folglich etwa 100 m über dem heutigen Stand. Außerdem geht man von einer geringen Saisonalität der Lufttemperatur, also nur schwach ausgeprägten Jahreszeiten, aus.

Die Anfangsphase des Eozäns (vgl. die Abbildung) vor ungefähr 57 Mio. Jahren war die wärmste Zeit seit dem Erdmittelalter (Mesozoikum). Tropische Zustände mit warmen Temperaturen und saisonalen Niederschlägen herrschten sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel bis in eine Breite von 45°. Die Erwärmung könnte durch erhöhte vulkanische Aktivitäten und in der Folge einer Zunahme des CO2-Gehaltes der Atmosphäre hervorgerufen worden sein.

In der zweiten Hälfte des Eozäns kam es durch einen CO2-Rückgang auf weniger als 700 ppm zu einer deutlichen Temperaturabnahme, die möglicherweise Auslöser für ein Massensterben in der Tierwelt war. Am Übergang zum Oligozän (vor 43 Mio. Jahren) fiel die Temperatur innerhalb von nur etwa 100.000 Jahren kräftig ab. Aus dieser Zeit stammt die heutige Vereisung der Antarktis und in den Ozeanen bildete sich eine kräftige, kühle Tiefenwasserzirkulation aus. Für die Abkühlung war auch die Plattentektonik mitverantwortlich: Zum einen öffneten sich die Meerengen zwischen Nord- und Südamerika bzw. zwischen Australien und der Antarktis. Dadurch konnte die zirkumpolare Meeresströmung um die Antarktis entstehen, die für eine Isolation des sechsten Kontinents von der Warmwasser- und Warmluftzufuhr aus niedrigeren Breiten sorgte. Zum anderen war auf der Nordhalbkugel durch den Abschluss des ehemaligen Tethys-Ozeans zum Mittelmeer keine zirkumäquatoriale Strömung mehr möglich

Die erste Vereisung der Antarktis: Nach einer warmen Phase mit geringerer Vereisung im frühen Miozän erfolgte erneut eine globale Abkühlung. Gleichzeitig prägten sich die Jahreszeiten aus und es kam zu einer Zunahme der Trockenheit. Eisvorstöße in der Antarktis und ein Absinken des Meeresspiegels waren die Folge. Zusammen mit tektonischen Veränderungen führte dies zur mehrmaligen vollständigen Austrocknung des Mittelmeeres.

Eine weitere Abkühlung im Pliozän und Pleistozän (wohl durch die Schließung der Meerenge von Panama vor rd. 3 Mio. Jahren) führte schließlich zur vollen Entfaltung des bis heute andauernden quartären Eiszeitalters


Manuel Vazquez, E. Pallé, Pilar Montañes-Rodriguez: → The Earth in Time, Springer 2010.

Robert A. Rohde: → Long-time Climate Figures


http://cpgeosystems.com/paleomaps.html
https://deeptimemaps.com/europe/
https://deeptimemaps.com/global-series/ alle BILDER der Erdentwicklung


https://www.planet-schule.de/mm/die-erde/Barrierefrei/pages/Die_Erdzeitalter.html
https://www.planet-schule.de/mm/die-erde/Barrierefrei/DieErde.html


Rocky Austria

Rocky Austria

Geologie der Alpen

Nadja Cools und Christian Hannss: → Die Alpen und der Himalaya im geographischen Vergleich. Passauer Schriften zur Geographie, H. 15, 1997. S. 145 ff.

"Vor 30 Millionen Jahren ist die Europäische Platte tief in den Erdmantel hineingerutscht (subduziert) und teilweise geschmolzen. Der Rest der Platte ist nach oben getrieben und hat langsam die gefalteten Gesteinsschichten in die Höhe gedrückt. So sind die Alpen entstanden."

ZDF: → Unsere Kontinente - EUROPA Mirko Drotschmann

ZDF: → Die Entstehung der Alpen (CC BY 4.0)

ZDF: → Die Alpen – Eine große Geschichte

ZDF: → Die Alpen – Nichts ist für die Ewigkeit Faszination Erde mit Dirk Steffens

Nikolaus Froitzheim (Prof. Uni Bonn): Geologie der Alpen (Vorlesungsskript) → Teil 1: Allgemeines und Ostalpin; → Teil 2: Das Penninikum; → Teil 3: Das Südalpin

Stanzel, Rudolf: → Das Meer - die Wiege der Kalkalpen – Versuch einer einfachen Darstellung – wenngleich man dann wieder nicht schlau wird

Geologie OÖs

OÖ Geologie und Geographie https://de.wikipedia.org/wiki/Ober%C3%B6sterreich

Flysch

HQ - Flysch: → Instabiles Sedimentgestein aus der Kreide .... "Mergel" = Sedimentgestein aus Kalk und Ton ...

"Der bis zu 1500 Meter mächtige Rhenodanubische Flysch bildete sich während der Kreide vor 130 bis 65 Millionen Jahre im Tethysmeer. Das rhythmisch geschichtete Sediment mit seiner wieder­kehrenden Abfolge aus Kalk-, Mergel-, Ton- und Sand­gesteinen ist das Ergebnis submariner Rutschungen, die von Erdbeben ausgelöst wurden. In der Geologie werden diese durch lawinenartige Trübeströme entstandenen Gesteine als Turbidite bezeichnet.Bei den Rutschungen glitt das Material vom flachen Schelfmeer über den Kontinentalhang unter hoher Geschwindigkeit in den Flyschtrog der Tiefsee ab.Dabei sanken zunächst die gröberen Sande zu Boden, danach die feineren Schwebstoffe, welche die Grundlage für das schiefrige Tongestein im Flysch bildeten. Die verschiedenen Bestandteile wurden also nach ihrer Größe sortiert. Zwischen den Trübeströmen sedimentierte im Flyschtrog auch Kalk, der je nach Länge des Zeitraums durch unterschiedlich dicke Bänke in Erscheinung tritt."

Wikipedia → Rhenodanubischer Flyschzone; mehrere gute Mondsee-Bilder

Egger, Hans: → Zur paläogeographischen Stellung des Rhenodanubischen Flysches (Neokom-Eozän) der Ostalpen. JB Geolog. B.-A. 1990, S. 147-155. BILD S. 151: Flysch von Wien bis Bern

Gesteinszone 3: → Flyschgesteine (ausgezeichnete Darstellung zur Entstehung des Flyschs)

TEXT: Die Flyschzone: Schlammlawinen in die Tiefsee (https://web.archive.org/web/20130130100831/http://www.geologie.ac.at/RockyAustria/flysch.htm )

Eiszeit in Österreich, Süddeutschland und der Schweiz

Eiszeitlicher Gletscher über dem Mondsee? Blick von Innerschwand Richtung Drachenwand

Spezial-Heft "Glaciations and periglacial Features in Central Europe": → Quaternary Science Journal, Vol. 60, Nr. 2-3 (2011), p. 213-387. CC-BY

van Husen, Dirk u. Reitner, J.: → An outline of the Quaternary stratigraphy of Austria; Quaternary Science Journal, Vol. 60, Nr. 2-3 (2011), p. 366-387.

Dietrich Ellwanger, Ulrike Wielandt-Schuster, Matthias Franz, Theo Simon: → The Quaternary of the Southwest German Alpine Foreland (Bodensee-Oberschwaben, Baden-Württemberg, Southwest Germany); Quaternary Science Journal, Vol. 60, Nr. 2-3 (2011), p. 306-328.

Frank Preusser, Hans Rudolf Graf, Oskar Keller, Edgar Krayss, Christian Schlüchter Quaternary glaciation history of Northern Switzerland.Quaternary Science Journal, Vol. 60, Nr. 2-3 (2011), p. 282-305.

Ammann, Brigitta: → Säkulare Seespiegelschwankungen : wo, wie, wann, warum? Zs. Mitteilungen der Naturforschenden Gesellschaft in Bern. Band 39 (1982). S. 97-106.

Die Eiszeitalter in OÖ und im Salzkammergut

Gliederung der Eiszeiten: Zeiten, Temperaturen, Umfang; unser warmes Holozän beginnt plötzlich vor 11.700 Jahren

Simony, Friedrich: → Die Spuren der vorgeschichtlichen Eiszeit im Salzkammergut; (Oesterreichisch-Kaiserliche privilegierte Wiener Zeitung, Sonntag 3. Mai 1846, S. 997 f.); Link zur Transskription (20 Seiten) → Die Spuren der vorgeschichtlichen Eiszeit im Salzkammergute (1846).

Der Doyen der Erforschung des Salzkammergutes Friedrich Simony kommt bereits 1846 als Erster in Österreich in seinem Kapitel VI zum Schluss: "In jener Epoche hatten die Gletscher des Dachstein- und Prielgebirges eine bey weitem größere Ausdehnung, da sie die ganzen ungeheuern Plateaus der beyden Gebirge inne hatten; sie waren also mächtig genug, durch ihr Anwachsen in den Höhen ansehnliche Gletscherströme nicht nur bis zu der bezeichneten Tiefe von 3500' (1000 m), sondern bis in das Niveau des Traunthales hinabsenden zu können. Wenn die Linie des permanenten Schnees in einer Höhe zwischen 6000 bis 5500' (~ 2000 m) lag, so mußten beynahe alle Kuppen mit Firn gekrönt gewesen seyn, und dieser konnte in allen größern Höhenterrains, wie auch in allen tiefern Gebirgskesseln, z.B. auf dem Höllengebirge, am Schafberg, an der Ziemnitz u.s.w. einzelne Gletschergruppen gebildet haben, so daß wohl der größte Theil der Gebirgsoberfläche, vielleicht auch der größere Theil der Thaltiefen von den wandernden Eislasten überdeckt war."



Penck, Albrecht (25.9.1858–7.3.1945): → Die Alpen im Eiszeitalter. Erster Band: Die Eiszeiten in den nördlichen Ostalpen.. Leipzig 1909. 420 Seiten.

ATTERGAU ... OFFEN


König, Anton (10.12.1871-21.1.1952): Geologische Beobachtungen in der Umgebung des Attersees. Abriss einer Quartärgeologie von Oberösterreich. in: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 59 (1907), → Teil 1: S. 3-47; S. 9/10 - Moränen bei Wildenhag; → Teil 2: S. 27-47; → Geologische Karte des Attersees samt Umgebung

König, Anton (10.12.1871-21.1.1952): → Geologische Beobachtungen in Oberösterreich. II: Der Südabhang des Hausruck und die Altmoränen des Atterseegletschers. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins 66 (1908), S. 3-17


Maximale Würm-Vergletscherung Mondsee - Attersee – Traunsee

van Husen, Dirk: → Die Ostalpen in den Eiszeiten. Polulärwissenschaftliche Veröffentlichung der Geologischen Bundesanstalt. Wien 1987, 24 Seiten. (S. 18: Bezug auf St. Georgen und Schörfling samt Abbildungen).
Grafik: → Die Ostalpen und ihr Vorland in der letzten Eiszeit (Würm). (regional hochauflösend; in den Attergau hineinzoomen; mit 100-m-Höhenlinien des maximalen Eisstandes). [Achtung: 337 MB] → [Anm.: Karte downloaden, auf eigenen Rechner abspeichern und von dort öffnen]

Anm.: Anhand der Höhenschichtlinien erkennt man, dass der Attersee-Gletscher am Südende eine Höhe von rd. 1.000 m hatte und damit einen Druck von über 60 kg pro cm2 auf den Untergrund ausübte. Die Seehöhe nahm nach Norden bis auf 500 m (Endmoräne Schörfling 513 m) ab; er teilte sich vor dem Buchberg Richtung Wildenhag (mittlerer Wall 603; seewärtiger Wall 585 m) und St. Georgen/Thern (564 m) und östlich des Buchberges Richtung Norden auf. Der Gletscher des Mondsees floss Richtung Oberwang und Unterach, sodass der Mondsee nach der Würm-Eiszeit zum Attersee entwässerte.

van Husen, Dirk: → Verbreitung, Ursachen und Füllung glazial übertiefter Talabschnitte an Beispielen in den Ostalpen. Eiszeitalter und Gegenwart Bd. 29 (1979) S. 9-22. (Entwicklung von Traunsee, Attersee, Mondsee, Wolfgangsee, Fuschlsee)

van Husen, Dirk (1977): → Zur Fazies und Stratigraphie der jungpleistozänen Ablagerungen im Trauntal. Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt – 120 (1977): 1 - 130. (mehrmaliger Bezug zum Attersee: Suche aktivieren; Grafiken zur Vergletscherung am Ende ...)

van Husen, Dirk: → Als unsere Seen Gletscher waren - Die eiszeitliche Entwicklung im Salzkammergut. Beiträge zur Geologie des Salzkammerguts, 2003. 9 Seiten. (S. 218: Mondsee früher um 60 m höher und viel größer; entwässerte nach Norden zur Salzach)

Husen, Dirk van: → Geologisch-sedimentologische Aspekte im Quartär von Österreich. Mitt. österr. geol. Ges. 1981/82. S. 197-230.


Kohl Hermann: → Das Eiszeitalter in Oberösterreich. Abriss einer Quartärgeologie von Oberösterreich. 150 Jahre Eiszeitforschung in OÖ. Jahrbuch des oö Musealvereins 1997. S. 341-420.

Kohl, Hermann: → Das Eiszeitalter in Oberösterreich. Teil II; Die eiszeitliche Vergletscherung in Oberösterreich. Jahrbuch des oö Musealvereins 1998. S. 175-390. WESTL. GLETSCHER BILD auf S. 225 !!!

Kohl Hermann: → Das Eiszeitalter in Oberösterreich. Teil III; Das eiszeitliche Geschehen in den nicht vergletscherten Gebieten Oberösterreichs und die Entwicklung im Holozän. Jahrbuch des oö Musealvereins 1999. S. 249-429.


Kohl, Hermann: → Das Eiszeitalter in Oberösterreich Teil 1. Zs. für Ökologie, Natur- und Umweltschutz, ÖKO·L 23/3 (2001), S. 18-28.

Kohl, Hermann: → Das Eiszeitalter in Oberösterreich Teil 2. Zs. für Ökologie, Natur- und Umweltschutz, ÖKO·L 23/4 (2001), S. 26-35.


Trausinger, Martin: → Würm- Eiszeitliche Kiese nördlich Gmunden (OÖ.): Entstehung, Abbau und Rohstoffkunde. Diplomarbeit, Universität Wien, 2010.


Das Riß-Würm-Interglazial am großen Ur-Mondsee

Mondsee vor letzter Eiszeit: ~80.000 Jahre

Klaus, Wilhelm: → Das Mondsee-Interglazial, ein neuer Florenfund der Ostalpen. Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins, 1975, Band 120a; S. 315-344.

  • Abb. S. 317: riesiger, um 60 m höherer Mondsee vor über 80.000 Jahren zwischen Riß- und Würm-Eiszeit - Bereich: heutiger Mondsee und Zellersee; bis Oberwang und bis Thalgau (vgl. nebenstehende Abbildung)
  • Abfluss zur Salzach nach Norden
  • Klima zum Teil um 3° wärmer als heute
  • Vegetationsentwicklung OFFEN
  • wenn, dann waren Neandertaler da; aber (noch) kein moderner Homo sapiens

Paläo-Mondsee: "Bei den Ablagerungen des Sporns beim Gehöft Steiner handelt es sich um Reste einer Deltabildung, die in einem See von rund 540 m Spiegelhöhe (ca. 60 m über der des rezenten Mondsees) erfolgte. Da diese Spiegelhöhe aber deutlich über dem Niveau des rißzeitlichen Gletschertores und der Oberfläche der Hochterrasse der Ager bei Lenzing mit 490 m Höhe liegt, können die Riß-Endmoränen am Nordende des Attersees nicht als Damm für diesen hohen Seespiegel dienen. Somit müssen damals die Drainagesysteme des Mondsee- und Attersee-Beckens durch eine Barriere getrennt gewesen sein. Am wahrscheinlichsten ist anzunehmen, dass es sich bei dieser Barriere um eine glazigene Ablagerung aus dem Zeitraum des Eiszerfalls des Rißgletschers handelt, die den Bereich zwischen den heutigen Seen erfüllte. Der Abfluss des hochgespannten Sees im Becken des Mondsees erfolgte damals wohl über das Tal des Irrsees nach Norden zur Salzach. Dass die Barriere aus Lockersedimenten über die lange Periode von rund 60.000–70.000 Jahren nicht zerschnitten wurde, lag einerseits am fehlenden kräftigen Abfluss (heutige Seeache), andererseits wurde wahrscheinlich auch die Erosionsleistung der kleinen Gerinne aus den Flanken im Norden wie im Süden durch Murentätigkeit zunichte gemacht. Es ist anzunehmen, dass die Südflanke des Hochplettspitzes (1.134 m) damals ebenso wie nach der Würmeiszeit von der tiefgreifenden Massenbewegung betroffen war, die auch damals zu besonders starkem Schuttanfall führte" (Quelle: van Husen, → Erläuterungen zur Geologischen Karte Mondsee, S. 60 f. und Abb. 19 auf S. 61).


Geologische Entwicklung unserer Gegend

Nußdorf: Gletscher überhöht Steilheit beim Wieserbauer → Rutschung !!! → Ausräumung des Nässltalbachs oberhalb von Nußdorf; ähnliche Rutschung bei Weyregg;

Steinbacher, E.: → Parametererhebung und Aufbereitung bodenmechanischer Kennwerte für Lockergesteine in Oberösterreich; 2019: pragmatische, kompakte Beschreibung der Geologie Oberösterreichs

Weidinger, Johannes: → Das Salzkammergut in Oberösterreich - eine Zeitreise durch eine Region von geologischem Weltruhm; 2003, 13 Seiten.

Verhandlungen der Geologischen Bundesanstalt (1955): → Beiträge zur Pleistozänforschung in Österreich.: → Weinberger, L. und Prey, S.: Die Moränen Gürtel des Atterseegletschers - Abschnitt Salzach – Lambach (S. 7 ff.); S. 21: Behandlung der Moränen (3 Eiszeiten) nördlich des Attersees; S. 8: Karte zur Exkursion

Hans [Johann] Bürgl (1948): → Der Untergrund der Molasse im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet. Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt – 93 (1948): 129 - 139. (Böhmisches Kristallin unter Molasse)

Janoschek, Werner: → Geologie der Flyschzone und der helvetischen Zone zwischen Attersee und Traunsee. Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt – 107 (1964): S. 161 - 214.

Sperl, H.: Geologie und Sedimentologie des Quartärs im Attergau/OÖ. Unveröffentlichte Dissertation, Universität Wien. Wien 1984: 251 Seiten.

Schadler Josef: → Zur Geologie der Salzkammergutseen. Österreichs Fischerei. 1959. S. 36-54. (Literatur etc.)


Thenius, Erich: → Die Säugetierreste aus dem Jungtertiär des Hausruck und Kobernaußerwaldes (O.-Österr.) und die Altersstellung der Fundschichten. Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt – 95 (1952): 119 - 144. (Fauna vor Beginn der Eiszeiten: Zeit 5 - 3 Mio. Jahre vor heute) [100 bis 160 m unter Gelände]

Friedl, J.: → Der Braunkohlenbergbau in Oberösterreich; Berg- und Hüttenmännische Monatshefte 2010, S. 79-82. (Hausruck ... Geologie, Teufen ...)

Werneck, W.: → Österreichs Rohstoffvorkommen in Raum und Zeit. JBOÖMV 1980. Vier geologische Schichten Oberösterreichs: S. 186/187; Hausruckkohle: S. 207-210.

E o z ä n : Bei den Tiefbohrungen Puchkirchen 2, 3, 4 der Rohölgewinnungs-A.G. sind in limnischen, obereozänen Sedimenten Glanzkohlenflöze von 1 bis 5 m Mächtigkeit in ca. 2600 m Teufe erschlossen worden


Geologie und Landschaft des Salzkammergutes

Dirk van Husen - Eine Landschaft entsteht (Altmünster)

Dirk van Husen u. Leo Leitner: → Der Traunsee. Eine Landschaft entsteht. Herausgeber Marktgemeinde Altmünster, 1998, 36 Seiten. (Die Broschüre kann beim Gemeindeamt Altmünster kostenlos bezogen werden.)

Diese Broschüre von Prof. Dirk van Husen ist die mit großem Abstand verständlichste Darstellung der Entstehung unserer Gegend. Sie zeigt, wie der Boden des Thetys-Meeres unter die Afrikanische Platte gezogen wurde („subduzierte“ – „hinunterzog“) und in die Tiefen des Erdmantels abtauchte. Die Kalkformationen des Thetysmeers schoben sich über andere Formationen und der Erdmantel wurde dadurch immer dicker – wodurch das darüber liegende Gebirge darauf „aufschwamm“ und immer höher herausgehoben wurde. An der vorderen Front im Norden brach das Kalkgestein immer wieder (bis heute) ab, zerbrach, donnerte zu Tal und in der Folge in das bis zu 2.000 m tiefe Meer. Die Kalkalpen schoben sich über dieses zerbrochene Material ("Flysch") immer weiter nach Norden. Als sich diese Front immer mehr dem uralten „variszischen Gebirge“ (Mühlviertler Granit) annäherte, schloss sich das Thetys-Meer endgültig und unser Gebiet wurde aus dem Meer herausgehoben und zu trockenem Land.


Geologie um den Attersee (© TVB Attersee-Attergau/Moritz Ablinger)

Der Attersee und der Attergau liegen vor der Front der Kalkalpen, die (bis heute: vgl. die hellen Abbruchstellen am Höllengebirge) seit vielen Jahrmillionen nach vorne "abbrechen" und "zersplittertes" Material vor sich anhäufen und sich selbst in einer nordwärts gerichteten Bewegung über dieses Material darüber schieben. Dieses Material ist wegen der Zersplitterung nicht fest, sondern es kann leicht "rutschen" oder wie die Schweizer sagen, es "flutscht". Daher stammt auch der Name des "Flysch", der sich rund 10-20 km vor den Alpen erstreckt - in einem durchgehenden Band von der Schweiz bis knapp vor Wien.

Dass es den Attersee-Gletscher gegeben hat, ist heute vor allem am Profil des Nußdorfer Reitergupfs zu erkennen, der oben flach ist und durch den Gletscher in eine steil nach unten gerichtete Hohlkehle geformt wurde (vgl. diese Form im nebenstehenden Bild).

Dass diese Seitenflanken des U-Tales des Gletschers manchmal zu steil waren, erkennt man z.B. daran, dass die Flanke des Reitergupfs oberhalb von Reit bei Nußdorf als Ganzes abrutschte, dann doch wieder zum Stehen kam und die ebene Fläche beim Wieserbauer unter der steilen Rutschfläche übrig ließ.

Da der Flysch keine stabile Formation ist, kann er leicht durch Bäche ausgeschwemmt werden, was man vor allem an dem tief erodierten Tal des Nesseltalbachs und dem Schwemmkegel von Nußdorf (analog Weyregg) erkennen kann. Nußdorf liegt heute auf dem durch den Bach aus dem Nesseltal ausgeräumten Material.

Der Hügel von Altenberg und der Atterseer Kirchberg stellen wohl festere Formationen dar, die vom Gletscher weniger eingeebnet wurden und deshalb gegenüber der Umgebung als hohe (lat. "altus") Hügel übrig geblieben sind ("Altenberg" = "hoher" Berg). Demgegenüber befindet sich Kammer auf der Erhöhung der eiszeitlichen Endmoräne.


Klima nach der Eiszeit, Vegetation und Moore OFFEN

Krisai, R. u. Schmidt, R.: → Die Moore Oberösterreichs. Mit Plänen und Beschreibungen. Gutachten für Amt der oö. Landesregierung, Trauner Verlag 1983. 316 Seiten. (Moore auf Blatt 65 Mondsee (S. 188-196): Fohramoos - Oberaschau; Egelsee - Unterach; Eilerwiese - Unterach; Moor bei Oberpromberg; Reinthalermoos - Attersee; Gföhrat - Gerlham und Egelsee - Kemating.)

Ricek, Erich:Das Egelseemoor bei Misling im Attergau (Oberösterreich). Verh. Zool.-Bot. Ges. Österreich 121 (1983). S. 57-73. (auführliche Beschreibung mit vielen tollen Abbildungen)


Welten, M.: → Die spätglaziale und postglaziale Vegetationsentwicklung der Berner-Alpen und -Voralpen und des Walliser Haupttales. Veröffentlichungen des Geobotanischen Institutes Rübel in Zürich, 34 (1958), pp. 150-158. (S. 153: um 4.000 v. Chr. Eichenmischwald in Höhen von 400-600 m: nehmen dann immer mehr ab; um 4.000 Tannen- und um 3.000 Fichtenwälder.) Ausgezeichnete Darstellung!


Bobek, Manfred; Schmidt, Roland: → Pollenanalytische Untersuchung von Seebohrkernen des nordwestlichen Salzkammergutes und Alpenvorlandes. Ein Beitrag zur spätglazialen bis mittelpostglazialen Vegetations- und Klimageschichte. Linzer Biologische Beiträge 7-1 1975. 34 Seiten. (sehr gute Zusammenfassung auf S. 28-30); „… am Beginn der Buchen-(Tannen)ausbreitung wird zusammen mit letzterer selbst mit Klimapendelungen des Zeitraumes 6600 - 6000 B.P. in Verbindung gebracht.“

Manfred Bobek, Roland Schmidt: → Zur spät- bis mittelpostglazialen Vegetationsgeschichte des nordwestlichen Salzkammergutes und Alpenvorlandes (Österreich). Mit Berücksichtigung der Pinus-Arten. – Linzer biologische Beiträge – 8_1 (1976): 95 - 133. (S. 115-124: Flyschzone; detaillierte Beschreibung der zeitlichen Entwicklung; 125: gute, kompakte Zusammenfassung)

Roland Schmidt: → Vergleichende Betrachtung der spät- und postglazialen Vegetationsentwicklung im Raum Bozen (Südalpen) und im Salzkammergut (NE-Alpen). – Schriften des Vereins zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse Wien – 117_118 (1978): 143-159. (sehr gute Darstellung der zeitlichen Entwicklung der Pflanzen in der Nach-Eiszeit)

Roland Schmidt: → Klimaoszillationen der Älteren (Ic; 10.500-10.000 v. Chr.) und Jüngeren Dryas (III; 9.000-8.000 v. Chr.) am Beispiel dreier Pollenprofile aus dem Salzkammergut (Egelsee/Attersee, Nussensee, Moor von Rödschitz). – Linzer biologische Beiträge – 11_1 (1979): 67-73.

Schmidt, Roland: → Seen und Moore Oberösterreichs als Archive der Vegetations- und Klimageschichte. ÖKO-L 3/3 (1981: S. 6-8.

Roland Schmidt: → Spät- und nacheiszeitliche Vegetations- und Klimageschichte des Salzkammergutes (pollenstratigraphische Auswertung von See- und Moorprofilen). – Linzer biologische Beiträge – 13_1 (1981): 74-76.

Schmidt, R.: Grundzüge der spät- und postglazialen Vegetations- und Klimageschichte des Salzkammergutes (Österreich) aufgrund palynologischer Untersuchungen von See- und Moorprofilen. Mitt. Kommission für Quartärforschung der Österr. Akademie der Wissenschaften. Wien 1981. Buch, 90 Seiten.



Geologische Karten Attergau und Traunsee

Blatt 65 Mondsee und 66 Gmunden

Die Geologische Bundesanstalt verkauft auf ihrer Homepage Geologische Karten samt zugehörigen Erläuterungen als Hardcopy (rd. 13 € je Blatt), bietet diese aber gleichzeitig als PDF zum Downloaden an:

Link zur → Geologischen Karte Blatt 65 Mondsee (21 MB) → [Anm.: Karte downloaden, falls sie sich nicht direkt öffnet: auf eigenen Rechner abspeichern und von dort öffnen] und die Erläuterungen zur Geologischen Karte: → Erläuterungen zu Blatt 65 Mondsee;

Link zur → Geologischen Karte Blatt 66 Gmunden → [Anm.: Karte downloaden, falls sie sich nicht direkt öffnet: auf eigenen Rechner abspeichern und von dort öffnen] und die Erläuterungen zur Geologischen Karte: → Erläuterungen zu Blatt 66 Gmunden.


Natur und Landschaft heute

Leitbilder für Natur und Landschaft der OÖ-LReg.

Der besondere Reiz des "äußeren Salzkammergutes" besteht in der Vielfalt – in unmittelbarer Nachbarschaft – recht unterschiedlicher Landschaftsräume und geologischer Formationen (Gebirge, Flysch, Molasse), die stark von den Eiszeiten geformt sind.

Nachfolgend werden die "Leitbilder für Natur und Landschaft der OÖ-Landesregierung" angeführt, die eine umfassende Darstellung der jeweiligen Landschaftseinheit bringen. Es werden für jede Einheit die Geologie, der Boden, das Klima, die Gewässer aber auch die Landschaftsnutzung behandelt. Daran schließen sich die Lebensraumtypen und die Tier- und Pflanzenwelt an. Neben kulturhistorischen, landschaftlichen und naturkundlichen Besonderheiten werden am Ende typische Bilder des jeweiligen Raumes gebracht.

Raumeinheit SKVSalzkammergut - Voralpen - 92 Seiten.

Raumeinheit AMBAttersee-Mondsee-Becken - 92 Seiten.

Raumeinheit TAFTraun- und Atterseer Flyschberge - 67 Seiten.

Raumeinheit MFMondseer Flyschberge - 92 Seiten.

Raumeinheit VAHAttergau = Vöckla-Ager-Hügelland - 78 Seiten.

Raumeinheit VAVöckla-Agertal - 90 Seiten.

Raumeinheit ATTAger-Traun-Terrassen - 68 Seiten.

Raumeinheit UAUnteres Almtal - 82 Seiten.

Raumeinheit TERTraun-Enns-Platte (nördlich des Traunsees). 99 Seiten.

Tierarten einzelner → Natur-Landschafts-Raumeinheiten 2004

Ricek, Erich Wilhelm: → Mundartliche Pflanzennamen aus dem Attergau. JB-OÖMV 1981, S. 189-228.