Die Kanal-Pfahlbauern-Kultur am Attersee und Mondsee

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2.2 Die Ausgangslage für die Pfahlbauten und die UNESCO-Welterbestätten

Die acht nominierten und die fünf beschlossenen UNESCO-Welterbestätten

Quelle: UNESCO - Prehistoric Pile Dwellings around the Alps; → Vol. II: Id-files of the component parts of the serial; Data Sheets of nominated 156 Component Parts: Austria pp.341-371

Die grüne Markierung zeigt den Standort des jeweiligen Pfahlbaus, die rote Linie die zugehörige Schutzzone. Es werden alle eingereichten Pfahlbau-Stationen angeführt und dargestellt; jene Stationen, die von der UNESCO auch beschlossen wurden, sind hier kursiv und unterstrichen angegeben.

UNESCO Weltkulturerbe-Urkunde

Literaturstellen:

UNESCO → Prehistoric Pile Dwellings around the Alps

UNESCO → Prehistoric Pile Dwellings around the Alps World Heritage Nomination, 2231 pages. (Austria p. 931 and p. 1664)

UNESCO → Advisory Bodies Evaluations HHHQ (156 → 111)

UNESCO → Maps of inscribed serial elements - Prehistoric Pile Dwellings around the Alps (better quality); Austria p. 57 ff.

UNESCO → Decisions: 35COM 8B.35 - Cultural Properties - Prehistoric Pile Dwellings around the Alps (Switzerland / Austria / France / Germany / Italy / Slovenia)

Hafner, Albert: → Das UNESCO-Welterbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" im Kanton Bern: frühe Forschungen, aktuelle Situation und Chancen für die Zukunft. Jahrbuch des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern 2012. S. 237-253. (Schutzmaßnahmen S. 246).

Schlichtherle, H.: → Pfahlbauten rund um die Alpen. 1997. (ausgezeichneter Überblicksartikel; südwestliche Herkunft bei Egolzwil, Zürich; dann Lengyel-Kultur beim Federsee - vielleicht auch Attersee?)

Eignung zur Besiedlung bei erniedrigtem Wasserstand

Strandplatten bei Seewalchen, Schörfling, Kammer: die Fläche umfasst rund 1 km x ~300 m Breite ~ 30 ha

Im folgenden werden mit Google-Earth-Bildern die Fundstellen an Attersee und Mondsee entsprechend ihrer Eignung als Siedlungsflächen bei erniedrigtem Wasserstand vorgestellt. Als besonders vorteilhaft zeigen sich die Bereiche am Nordende des Attersees wie Schörfling, Kammer, Kammerl, Seewalchen und ebenso Litzlberg Süd, gefolgt von der Region Aufham und hier vor allem der Bereich um die sogenannte Teufelsinsel. Günstige Bereiche bei Nußdorf könnten zwischenzeitlich durch den stark materialführenden Nässltalbach verschüttet worden sein; die nachgewiesene Siedlungsfläche zeigt Südstürmen eine besonders exponierte Angriffsfläche.

Ungunstlagen des Mondsees

Bathymetrische Karte des Mondsees (Timothy Taylor et al.)

Es ist recht überraschend, dass die Lagen des Mondsees bei niedrigem Wasserstand bezüglich verfügbar werdender Flächen recht ungünstig erscheinen. Dass See, Scharfling und Mooswinkel die alleinigen Stationen am Mondsee gewesen sein sollen ist nur dann vorstellbar, wenn diese eine Wechselbeziehung mit den Stationen am Attersee hatten.

Diese Verhältnisse am Mondsee bestätigt auch die besonders umfassende Untersuchung des gesamten Seegrundes des Mondsees durch Timothy Taylor et al.: → Hochauflösende unterwasserarchäologische Prospektion oberösterreichischer Pfahlbauten und Seen mit Fächerecholot und Sediment-Sonar, wie der nebenstehenden Abbildung zu entnehmen ist.

"Unglücklicherweise konnten gerade die flachen Küstenstreifen - wie auch die Schilfgürtel - aufgrund des im Sommer 2018 herrschenden Niedrigwassers nicht vermessen werden."

Man erkennt hier auch, dass im westlichen Teil des Mondsees (um St. Lorenz) bei Seespiegelabsenkung vergleichsweise viel größere Flächen trocken fielen, ebenso wie am gegenüber liegenden Ufer.

Ob diese für eine Besiedlung bedeutend günstigeren Flächen als die drei bekannten je besiedelt waren, wird heutzutage nicht mehr untersucht – vielleicht weil schon ursprünglich Rudolf Kner 1865 (siehe ganz oben) nur große Schilfflächen vorfand, aber auch die ehemalige, frühe Absuche dieser Uferbereiche (Offenberger 2015, S. 15) durch vier "andere Tauchklubs" keine Stationen fand. Ob diese ersten Suchen ausreichend "professionell" durchgeführt worden sind, kann aktuell nicht eruiert werden.

Die Siedlung Scharfling ist von steilen Felswänden, die direkt in den See abfallen, umgeben, sodass man zu Fuß von keiner Seite hinkommen konnte. Die Strandplatten bringen wenig bewohnbare Fläche, wenngleich hier die ältesten Siedlungsreste gefunden wurden. Andererseits bildet die Ebene zwischen den sie einschließenden felsigen Bergen eine günstig zu bewirtschaftende Fläche für z.B. Brandrodung und -wirtschaft.

Die Siedlung "See" zeigt eine für Ackerbau besonders ungünstige Situation, wenn sie beidseits von recht steilen Hängen umgeben ist.

Welche Funktion "Mooswinkl" hatte, ist unbekannt. Laut Offenberger ist sie die einzige Station, die im Wasser stand und hatte nach ihm vielleicht etwas mit einer "Überfuhr"-Funktion zu tun.

Aufgaben des Kuratoriums Pfahlbauten

  • Dworsky, Cyril; Seidl da Fonseca, Helena; Poppenwimmer, N.: Forschungsprojekt Zeitensprung Unterwassergrabung Seewalchen; 49 Seiten.
  • „Informationsbroschüren zu Fundstellen im Kuratorium Pfahlbauten-Blog → »Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen«.
    • UNESCO-Welterbestätte "See am Mondsee". Populäre Darstellung von Leben und Forschung. 45 Seiten.
    • Forschungsprojekt Zeitensprung Seewalchen - Unterwassergrabung. 50 Seiten.
    • Faltprospekt See am Mondsee; 6 Seiten.
    • Faltprospekt Abtsdorf I; 6 Seiten.
    • Faltprospekt Litzlberg Süd; 6 Seiten.
    • Faltprospekt Informationen ankerfreie Zonen im Attersee; 8 Seiten.

Die 13 Pfahlbau-Stationen unter Denkmalschutz und 10 ohne Denkmalschutz

13 Pfahlbaustationen mit Denkmalschutz laut Bundesdenkmalamt 28.5.2024

Entsprechend der nebenstehenden vom → Bundesdenkmalamt am 28.5.2024 veröffentlichten Liste stehen derzeit die folgenden 13 Pfahlbaustationen unter Denkmalschutz (BDA-Bescheid nach § 3 DMSG):

  • See/Mondsee
  • Mooswinkel
  • Scharfling
  • Abtsdorf I-III
  • Seewalchen I-II
  • Kammer
  • Litzberg-Süd
  • Schlossbucht Kammer (Feststellungsbescheid § 2 DMSG positiv)
  • Weyregg I
  • Nußdorf

Die folgenden 10 Stationen stehen bis dato nicht unter Denkmalschutz:

  • KG Attersee: Aufham I–II und Attersee-Landungssteg
  • KG Weyregg: Weyregg II
  • KG Unterach: Misling I–II
  • KG Seewalchen: Seewalchen III, Litzlberg Nord I–III


Pfahlbau-Ausstellungen

Walter Kunze (1918-2008)

Pfahlbaumuseum Mondsee

Der Mondseer Historiker und Lehrer Dr. Walter Kunze (1918 – 1.8.2008) förderte bereits in den 1960er-Jahren die Unterwasserforschungen in der Pfahlbaustation „See“ am Mondsee mit Hilfe von Salzburger Tauchern. Seine Berichte vor allem in den Mitteilungen des Mondseer Heimatbundes decken die Jahre 1960–1968 ab. Vor allem die Funde dieser Tauchforschungen stellen heute den wesentlichen Bestand des 1953 gegründeten, heutigen „Pfahlbaumuseums Mondsee“ dar.

1967 produzierte er über diese Arbeiten den Schwarz-Weiß-Film „Jahrtausende tauchen aus den Fluten“. (Bericht im JBOÖMV 1967, S. 37; Unterwasser-Aufnahmen der Arbeiten der "Unterwasserarbeitsgemeinschaft Salzburg"; der Film wurde vom OÖ Musealverein angekauft.)

Es ist stark zu vermuten, dass diese Arbeiten von Walter Kunze den Auslöser für die Aufmerksamkeit des Bundesdenkmalamtes darstellten und zum Beginn der Pfahlbauforschungen – durch den begeisterten Taucher und Archäologen – Johann Offenberger führten.

→ Das Pfahlbau- und Klostermuseum


Heimathaus Vöcklabruck

Kustos Helmut Kasbauer(✝)
mein Latein-Prof. am Gymn.

Seit 2005 führen Obmann und Kustos Dir. i.R. Prof. Mag. Helmut Kasbauer und sein Stellvertreter DDDr. Franz Satzinger den Verein und das Museum mit viel Herzblut und großem Engagement.

Ort: Vöcklabruck, Hinterstadt 18
Öffnungszeiten: Mai-Sept.: Mi + Sa 10–12 Uhr; Okt.–April: Mi 10–12 Uhr

Egger 2016, Gerald: → Das Heimathaus Vöcklabruck … hat eine sehr bewegte Vergangenheit. SONIUS 18, S. 11-12.

Bernhart 1968, Robert: Die Pfahlbausammlung des Heimathauses Vöcklabruck - Ihre Geschiche und ihr Bestand. (Beilage zu den Mitt. der Prähistor. Komm. der Österr. AdW, Bd. XI-XII, 1963-1968.)

  • I. Die Geschichte der Pfahlbausammlung S. 1-24;
  • II. Der Bestand der Pfahlbausammlung (720 Stück) S. 25–34 (detaill. Beschr.; nach Stationen);
  • S. 35: Lageskizze der Pfahlbaustationen im Attersee: Link zu → detaillierten Lageangaben der Stationen;
  • S. 37 ff.: 34 Foto-Tafeln mit den nach Ortschaften gegliederten Fundstücken.

Heimathaus Schörfling

Pfahlbauausstellung in Schörfling

Im ersten Raum des Heimatmuseums zeigt der "Verein Heimathaus Schörfling" auch eine Sammlung zur Pfahlbaukultur.

  1. Raum: Vorgeschichte 3.750 v. Chr.: Pfahlbaufunde, Römerzeit, Mosaik-Ausgrabungen
  2. Raum: Ortsgeschichte: erste Nennung von Schörfling 800 n. Chr. bis Mittelalter und Bauernkriege
  3. Raum: Vereine: Musikgeschichte, Fremdenverkehr und Schulen
  4. Raum: Handwerk, Flößerei und Land- und Forstwirtschaft, Erster und Zweiter Weltkrieg
  5. Raum: Handwerk- und Feuerwehrmuseum

Adresse: Gmundnerstraße 8; 4861 Schörfling am Attersee

Öffnungszeiten: nach telefonischer Vereinbarung 0676 81426110 (Günter Bachinger)


Museum ATARHOF (Attersee; 2024 aufgelöst)

Keramiken vergleichbarer Kulturen
Oesers neolithische Färbetechniken

ATARHOF → Museum ATARHOF in Attersee, Landungsplatz 1: "Der Verein Freunde der Archäologie des Attersees und seines Hinterlandes hat sich zum Ziel gesetzt, spannende wissenschaftliche Themen der Archäologie und neuere Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung aus der Region einem interessierten, größeren Publikum zu vermitteln. Er hält ständigen Kontakt mit wissenschaftlichen Instituten und Institutionen, lädt Fachleute zu Referaten ein, experimentiert selbst mit alten Kulturtechniken wie Keramikherstellung, Färben, Stein- und Holzbearbeitung und Kochen. Er gibt seine Erfahrungen in Workshops an Gruppen von Erwachsenen und Schülern weiter. Der Verein betreibt den ATARHOF mit wechselnden Ausstellungen und Workshops und betreut den Pfahlbau-Pavillon in Attersee, erweitert um einen prähistorischen Garten von Nutzpflanzen aus der Pfahlbau- bis zur Römerzeit." (Obfrau Prof. Dr. Helga Oeser)

Helga Oeser erarbeitete eine umfangreiche Zusammenstellung zu den → Pflanzen der Steinzeit für die Ernährung der Pfahlbauern, aber auch zu deren Heilpflanzen.

Ehemalige Kataloge, Prospekte und Arbeiten des ATARHOF:

  • Katalog zur Ausstellung "Versunkene Kulturen der Pfahlbauten" (Prof. Mag. Arnold Mörzinger, 110 Seiten):
    Pfahlbaufundstellen; Pfahlbauforschung; Erkenntnisse; Große und kleine Geheimnisse; Schaustücke
  • Katalog zur Ausstellung "Der Attersee, seine Fische und der Fischfang" (Prof. Mag. Arnold Mörzinger; 61 Seiten).
  • Silex oder der sogenannte Feuerstein - Stahl der Steinzeit (Prof. Dr. Helga Oeser)
  • Herstellung - Pfahlbaukeramik - Urgeschichtliches Töpfern (Prof. Dr. Helga Oeser; 17 Seiten)
  • Getreidearten im prähistorischen Garten Attersee (Prof. Dr. Helga Oeser)
  • Rundgang durch die aktuelle Ausstellung: 26 Doppel-Seiten
  • Das Leben zwischen den Pfählen - ein Lese-Mal-Buch. (Prof. Mag. Arnold Mörzinger; 32 Seiten).
  • "Pfahlbauernleben" - von Prof. Dr. Helga Oeser
    • Prähistorische Nutzpflanzen und ihre Eigenschaften (41 Seiten; Ernährung, Heilkräuter, Färbepflanzen)
    • Färben mit Naturfarben (59 Seiten; Färbegut, Färbeprozess, Herstellung verschiedener Farben)
    • Von der Pfahlbauzeit inspirierte Gerichte (11 Seiten; Eintöpfe, Wildgerichte, Attersee-Sushi, Fleischlaibchen)

Adieu ATARHOF 27.6.2024 das letzte Artefakt in Auslage

Das bedauerliche Ende des Vereins → „Freunde der Archäologie an den Seeufern des Attersees und seines Hinterlandes“ mit Ende Juni 2024. Qu.: Martin Höchsmann auf MeinBezirk.at; 7. März 2024.

Martin Höchsmann: "SCHADE! Mit Ende Juni wird der Archäologie-Verein in Attersee und das Museum aufgelöst. Gestern war mit Beteiligung UNESCO [Kuratorium Pfahlbauten] (Fiona [Leipold], Cyril [Dworsky], Henrik [Pohl]) die letzte Generalversammlung mit Beschluss der Auflösung. In sieben Jahren wurde viel geschafft. Zuerst Gründung, Erweiterung des Pfahlbaupavillon in Attersee mit einem Steinzeitpflanzengarten, dann Vereinsräumlichkeiten mitten am Landungsplatz in Attersee im Hagerhaus, weiters Gründung des Museums Atarhof mit tollen Objekten und Ausstellungen. Kurse mit Töpfern und Färben mit Steinzeit-Pflanzen für Erwachsene und Schulklassen. Hochkarätig besetzte Vorträge zu den archäologischen Themen mit Dr. Neubauer und Spezialisten aus vielen Bereichen. Viele freiwillige Stunden und Geld wurden investiert. Auslöser war die Bewerbung für eine Landesausstellung "Versunken und wieder aufgetaucht“, die nach 2-maliger Verschiebung jetzt vom Land OÖ als Kultur Expo 2027 stattfindet.

Ich musste bei der Gemeinde um jeden Euro und Unterstützung betteln und bekam im Vorstand die Antwort: "Das ist aber schon dein Prvatvergnügen".... 😪... Jetzt sollten von der Gemeinde zumindest Wissen und Objekte gerettet und bewahrt werden. Wobei mir aber das Gefühl anderes sagt.

SCHADE um das Ende einer großartigen Aufbereitung des Themas PFAHLBAUTEN am Attersee und seinem Hinterland. Bleiben wird das Pfahlbaubier der Brauerei Hoangarten Kaltenböck, vielleicht der Bierkrug nach Vorbild der Steinzeit-Krüge des Mondseelandes, die Grabungen bei der Festung am Buchberg und des gefundenen Schatzes aus der Bronzezeit. Also tschüss pfiad di zum ATTI der Nachbildung eines Steinzeitmenschen im Museum Atarhof ! 😪 "

  • Prof. Mag. Arnold Mörzinger hielt am Samstag, 4. Mai. 2024 um 20 Uhr im ATARHOF einen viel beachteten Abschiedsvortrag zum Thema: „Der Klimawandel und die Geschichte der Menschheit“. Klimatologie, Geologie und Archäologie erlauben heute neue Einsichten zum Verlauf der Geschichte der Menschheit. Beim Gang durch die Geschichte belegen neueste Daten, wie der Klimawandel schon immer das Schicksal der Menschen beeinflusst hat und führt uns vor Augen, wie sich der menschengemachte Klimawandel auswirken könnte.

Verein "Pfahlbau am Attersee" (Seewalchen)

Pfahlbau-Modell in Seewalchen am Attersee
Pfahlbauern-Tasse mit Furchenstich

Der Verein Pfahlbau am Attersee wurde am 6. März 2015 gegründet und hat seinen Sitz in Seewalchen. Ziel des Vereins ist, das Thema Pfahlbau in die Gegenwart zu bringen und erlebbar zu machen.

Link zur → Homepage des Vereins; Link zu → Archiv mit Artikeln (siehe Seitenende)

Zum Verbleib der Pfahlbaufunde von Seewalchen: 1898 stieß der Sandfischer und Seefrächter Theodor Wang in Seewalchen beim Baggern nach Sand im See (= "Sandfischer") auf Pfahlbaufunde. Schon 1899 trat er mit dem Naturhistorischen Museum (NHM) in Wien in Verbindung. Da das Museum die angebotenen Pfahlbaufunde sogleich erwarb, suchte Wang nach weiteren Stücken. Die Suche wurde richtig lohnend, als sich 1902 der Wiener Fabrikant Max Schmidt – mit Sommersitz in Seewalchen – für die Pfahlbaufunde interessierte. Da er höhere Preise als das NHM bot, verkaufte Wang nun alle Funde an Schmidt, dessen Pfahlbausammlung mit der Zeit ungefähr 4000 Stücke umfasste. Schmidt verlegte die Sammlung von Seewalchen vorerst nach Wien und zu Beginn des Ersten Weltkriegs auf sein Schloss nach Buda, wo sie im Zweiten Weltkrieg bis auf geringe Reste zugrunde ging. Nach dem ersten Weltkrieg kaufte Schmidt nur mehr wenige Funde, weshalb sich Wang 1924 wieder an das NHM wandte. Die vom dortigen Josef Bayer beabsichtigte Bearbeitung der Pfahlbaufunde des Attersees – er hatte in Budapest auch die Sammlung Schmidt aufgenommen (ist diese Aufnahme im NHM noch vorhanden?) – kam infolge seines frühen Todes 1931 nicht mehr zustande. Die NHM-Preise waren Wang bald zu niedrig, sodass ab 1932 die meisten der von ihm in verschiedenen Pfahlbaustationen des Attersees gehobenen Funde in das Heimathaus Vöcklabruck gelangten, das auch mit Pfahlbauforschung begonnen hatte. (Nach Willvonseder → JBOÖMV 1966.)


Pfahlbaustationen in Gemeinde Seewalchen nach Czech 1984

Ruttkay 2005, E.: Seewalchen am Attersee. In: Lexikon German. Altertumskunde. Gruyter Berlin–New York; Bd. 28, 2005:68–74.

Mit dem folgenden Link wird ein stark komprimiertes Exzerpt ihres Artikels zu → Seewalchen am Attersee gebracht.

Die Funde zeigen eine jungsteinzeitliche Siedlung der Mondsee-Gruppe aus dem 4. Jt. v. Chr. und eine Siedlung der ausgehenden jüngeren Frühbronzezeit um 1650–1500 v. Chr. an.

1947 wurde die Station erstmals durch die Prähistorische Abteilung des NHM vermessen. Die späteren Taucharbeiten des Bundesdenkmalamtes wurden nicht fertiggestellt. Es liegen keine Umriss- und pfahlgerechte Vermessung vor. Weiters gibt es den Verlust eines Großteils der Funde und das Fehlen von C14-Daten. Trotzdem ist Seewalchen neben See/Mondsee die zweitwichtigste Station im Salzkammergut, die auch durch Funde der ausgehenden jüngeren Früh-Bronzezeit ausgezeichnet ist.

Nach Fundanalyse Willvonseders existierte in Seewalchen ein jungneolithisches Dorf der Mondsee-Gruppe. Die Station lieferte aber auch noch zahlreiche Bronzefunde der jüngeren Früh-Bronzezeit bis in die anfängliche Mittel-Bronzezeit und vereinzelte der Spät-Bronzezeit (Urnenfelderkultur). Dass die früh- bis mittelbronzezeitlichen Funde (vornehmlich Nadeln und Randleistenbeile) evtl. an einer flussnahen Stelle (?) geopfert wurden, kann nicht ausgeschlossen werden. Dies ist um so mehr für Seewalchen zu vermuten, weil nach der Überlieferung die Bronzen an einer bestimmten Stelle des Sees im Bereich von Seewalchen I merklich komprimiert auftraten. Die etwa 20 gut erhaltenen früh- bis mittelbronzezeitlichen Nadeln sprechen eher für einen Ort des Kultes als für ein bronzezeitliches Dorf.


Naturhistorisches Museum in Wien

  • Saal 11: "Ein großes Display entführt auf eine virtuelle Reise in die einzigartige Welt der steinzeitlichen Pfahlbauten, die seit 2012 zum UNESCO Weltkulturerbe zählen."

NHM-Veröffentlichungen:

  • Pucher 1997, Erich & Engl, K.: Buch: Studien zur Pfahlbauforschung in Österreich, Materialien I - Die Pfahlbauten des Mondsees, Tierknochenfunde. – Mitteilungen der Prähistorischen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 33: 1–150.

Studiensammlung des Inst. f. Ur- und Frühgeschichte, Univ. Wien

Bachner 2002, Margit: Die Keramik der Seeuferstation See/Mondsee - Sammlung Much, Institut für Ur- und Frühgeschichte. Dissertation Wien 2002; 3 Bände.

Frank 2010, Carolin: Kupfer der Mondseegruppe – Die Metallfunde der Mondseegruppe aus Wien und Überlegungen zur Frage nach der Herkunft des Kupfers (ungedruckte Magisterarbeit Tübingen 2010).

Reiter V., Die Steinbeile vom Mondsee/Station See (OÖ) aus der Sammlung Matthäus Much, (ungedruckte Diplomarbeit Wien 2011)

Weninger 1927, J. und Franz L.: Die Funde aus den prähistorischen Pfahlbauten im Mondsee, Anthropologische Gesellschaft in Wien und Wiener Prähistorische Gesellschaft (Hrsg.), Materialien zur Urgeschichte Österreichs, 3. Heft. Mit einem Beitrag von E. Hofmann und F. Angerer, Wien 1927. S. 33–56. (Das Silexinventar (rund 1.400 Stück) wurde von Franz und Weninger 1927 beschrieben.)


Bsp.: Station Unteruhldingen

Der Erfolg der heutigen Rekonstruktion der Pfahlbaustation Unteruhldingen und dessen Museum (dem einzigen in BRD ohne öffentliche Subvention) beruht wohl auf dem ausgezeichneten Marketing, vielen durchgeführten Pfahlbau-Experimenten usw., und vor allem auf den

  • 251 (!) Publikationen (Stand Ende 2024) von → Prof. Dr. Gunter Schöbel im Zeitraum 1983-2023, die alle mittels abrufbaren Links einen direkten Zugang zu den Pfahlbauern, deren Leben und deren Bauten eröffnen.

TV-Videos zu Pfahlbauern und Pfahlbauten

  • Klaus Wachschütz: → Ertauchte Geschichte - Pfahlbauten in Europa (44 min: ORF 8.9.2019; ARD 18.9.2019) )
    (mit: Cyril Dworsky, Otto Cichocki, Paul Gleirscher, Henrik Pohl; Unteruhldingen: Gunter Schöbel, Peter Walter)

Zs. SONIUS Archäologische Botschaften aus OÖ zu Pfahlbauern, Römern usw.

→ Website von SONIUS.at

  • Franz Hauser & Stefan Traxler: → Die Römer im Attergau. Kleine Schriften zur Kulturgeschichte von OÖ, Folge 1, Verlag OÖ Landes-Kultur GmbH, Linz 2018; ist hier als → „Flip-book“ verfügbar.

Anm.: Der Zugang zu allen SONIUS-Ausgaben erfolgt einfach durch Anpassung des Internet-Links "http://sonius.at/pdf/Sonius_01_WEB.pdf" mittels ersetzen von 01 durch die Nummer der gewünschten Ausgabe von 01 bis 32.

→ SONIUS Nr. 08, 2010.

  • Cyril Dworsky: Archive unter Wasser?! Die Oberösterreichischen Pfahlbauten als einzigartiger Wissensspeicher unserer Geschichte. S. 3-4.

→ SONIUS Nr. 11, 2012.

  • Cyril Dworsky: Archäologische Utopien, Chancen durch das Erbe Pfahlbauten. S. 12-13.

→ SONIUS Nr. 12, 2013.

  • Henrik Pohl ist ab 1.1.2013 (halbbeschäftigter) Site-Manager für das UNESCO-Weltkulturerbe Pfahlbauten. S. 5.

→ SONIUS Nr. 13 (Welterbeausgabe), 2012.

  • Cyril Dworsky: Schritt für Schritt zur Sichtbarkeit des Pfahlbau-Welterbes. S. 8-9.

→ SONIUS Nr. 14, 2013.

  • Jutta Leskovar: Pfahlbauten werden Landesausstellung und Eröffnung der Pfahlbau-Pavillons

→ SONIUS Nr. 18 (Welterbeausgabe), 2016.

  • Kerstin Kowarik, Jakob Maurer, Timothy Taylor: Beyond Lake Villages - Ein internationales Forschungsprojekt. S. 3-5.
  • Cyril Dworsky: Über die Auswirkungen des Welterbes auf die Archäologie. S. 5-6.
  • Gerald Egger: Das Heimathaus Vöcklabruck … hat eine sehr bewegte Vergangenheit. (viel zu Pfahlbauten) S. 11-12.

→ SONIUS Nr. 22, 2018.

  • Timothy Taylor, Eric Biermann, Dominik Meyer und Jakob Maurer: Herrschaftszentrum mit Weitblick - Archäologische Ausgrabungen am Buchberg im Attergau. S. 3-5.
  • Kerstin Kowarik, Jutta Leskovar: Die Pfahlbau-Objekt-Datenbank. S. 7 f.
  • Cyril Dworsky, Carmen Löw: Auf Augenhöhe - Kommunikations- und Vermittlungsarbeit zum UNESCO-Welterbe der Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen in Österreich. S. 12-14.

→ SONIUS Nr. 23, 2019.

  • Stefan Traxler: Römisches Erbe in Oberösterreich. S. 6-9

→ SONIUS Nr. 24 (Welterbeausgabe), 2019.

  • Henrik Pohl: Eine Brücke zwischen unseren jungsteinzeitlichen Vorfahren und der Zukunft. S. 3-8.
  • Henrik Pohl: Fischschuppen aus der Fischsuppe? Rekonstruktion steinzeitlicher Ernährung. S. 9.
  • Henrik Pohl: „Pfahlbauten“. S. 10-11.

→ SONIUS Nr. 25, 2019.

  • Jakob Maurer: "Kulturgruppen“ in der Kupferzeitforschung (SONIPEDIA Das Archäologie-Lexikon) Seite 6
    In „Kulturgruppen“ werden in der Archäologie Fundstellen und Funde eingeordnet, die in den materiellen Hinterlassenschaften räumlich und zeitlich abgrenzbar Gemeinsamkeiten aufweisen. Für die Kupferzeit wird dazu hauptsächlich nach Ähnlichkeiten der Keramik gesucht. Meist könnte statt „Kulturgruppe“ daher auch von „Keramikstil“ gesprochen werden. Häufig werden einzelne auffällige Merkmale bzw. Kombinationen davon besonders stark beachtet: Im Fall der sogenannten „Mondsee-Gruppe“ zum Beispiel weiß gefüllte Furchenstichverzierungen.

→ SONIUS Nr. 27, 2020.

  • Barbara Hausmair: Das dunkle 6. Jahrhundert? Zum beginnenden Frühmittelalter in Oberösterreich. S. 10-13 (S.11 unten "BYZANZ")

→ SONIUS Nr. 28, 2021.

  • Cyril Dworsky, Lieselore Meyer: Die jungsteinzeitlichen Pfahlbauten in Kärnten. S. 3-8.
  • Franz Hauser, Astrid Stollnberger, Felix Lang, Stefan Traxler: Der römische Gutshof von St. Georgen Königswiesen Kurzbericht zur Ausgrabung 2020. S. 9-12.
  • Stefan Traxler: Römer, überall Römer! S. 14-20. (u.a. Weyregg)

→ SONIUS Nr. 29, 2021.

  • Der Tassilo-Liutpirc-Kelch; Buch; S. 15
  • Helmut Ardelt: Buch: Oberösterreich in der Steinzeit. Eine archäologische Spurensuche. S.15

→ SONIUS Nr. 30 (Welterbetag), 2022.

  • LH Thomas Stelzer zum Welterbetag: „Die Kultur- und Naturschätze Oberösterreichs machen unser Land einzigartig. Die UNESCO hat drei besondere Orte in unserem Land in den Status des Welterbes erhoben: die Region Hallstatt-Dachstein/ Salzkammergut, die prähistorischen Pfahlbauten am Attersee und am Mondsee und den ehemaligen römischen Donaulimes. Alle Welterbestätten verweisen auf das große historische Erbe, auf dem unsere Kultur aufbaut.“
  • Cyril Dworsky: Die Pfahlbauten – Ein Welterbe am Weg zur Reife. S. 10-14.
    • Dworsky zeichnet die Entwicklung des Managements des Pfahlbauten-Weltkulturerbes in Österreich der letzten zehn Jahre in groben Zügen nach.
    • Weiters schreibt er: "Wir gehen also vom Beobachten zum Schützen über." und weiter
    • zur "längst fälligen Wiederaufnahme der Forschung": "Mit verbesserter Urteilsfähigkeit, neuen Fragen und modernen Techniken sollte nun auch Augenmerk auf das Kulturgut in den österreichischen Gewässern insgesamt gelegt werden." und er schließt:
    • „Das heurige Jubiläum ist ein guter Startpunkt für diese Diskussion und hoffentlich auch für die nächsten wichtigen Schritte am Weg zur noch ausständigen Ratifikation der → UNESCO-Konvention zum Schutz des kulturellen Erbes unter Wasser (2001).“

→ SONIUS Nr. 32, 2023

  • Helena Seidl da Fonseca, Vortrag am 28.9.2023 in Wels: Auf dem Weg von oder nach Hallstatt? Neue Forschungen zur Rolle der hallstattzeitlichen Seeufersiedlung in Traunkirchen..

→ SONIUS Nr. 33, 2024

  • Helena Seidl da Fonseca, Markus Staudt und Peter Trebsche: Traunkirchen revisited: Neue Forschungen in der hallstattzeitlichen Seeufersiedlung am Traunsee S. 3–7.

→ SONIUS Nr. 34, 2024

  • Helmut Ardelt: Der frühe Homo sapiens in Oberösterreich: Zwei eiszeitliche Freilandstationen im Bezirk Perg.
  • Christian Hemmers: Der Donaulimes - Das jüngste Welterbe in Österreich.

→ SONIUS Nr. 38, Juli 2026

  • Cyril Dworsky, Henrik Pohl & Helena Seidl da Fonseca: 5800 Jahre unter dem Bootsrumpf – Zehn Jahre aktuelle Pfahlbauforschung in Oberösterreich. S. 26–31.

UNESCO - Prehistoric Pile Dwellings around the Alps

Aufnahme der Pfahlbauten in das UNESCO-Welterbe

Bundesgesetzblatt der Republik Österreich vom 26.Juli 2012: → Kulturerbe, das in die Liste des Erbes der Welt aufgenommen wurde:
"Das Komitee für das Erbe der Welt aufgrund des Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (BGBl. Nr. 60/1993) hat die Aufnahme des nachstehenden Kultur- und Naturerbes auf dem Gebiet der Republik Österreich in die Liste des Erbes der Welt gemäß Art. 11 Abs. 2 des Übereinkommens beschlossen: Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen gemäß Beschluss 35COM 8B.35 (35. Sitzung des Komitees vom 19. bis 29. Juni 2011)."


Weltkulturerbe – Karte der 111 UNESCO-Pfahlbaustätten

Die folgende Übersicht zeigt die → 111 Fundstellen der seriellen Welterbestätte "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" (auch Listenübersicht).

→ Prehistoric Pile Dwellings around the Alps World Heritage Nomination, 2231 pages. (Austria p. 931 und p. 1664) (Achtung: 141,5 MB)

→ Advisory Bodies Evaluations (Reduktion von 156 auf 111 Stationen)

→ Maps of inscribed serial elements - Prehistoric Pile Dwellings around the Alps (better quality); Austria p. 57 ff.

→ Decisions: 35COM 8B.35 - Cultural Properties - Prehistoric Pile Dwellings around the Alps (Switzerland / Austria / France / Germany / Italy / Slovenia)

→ UNESCO: International Management Plan 2019-2023; Prehistoric Pile Dwellings around the Alps: 4. → National Management Austria S. 50–65


Hafner, Albert: → Das UNESCO-Welterbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" im Kanton Bern: frühe Forschungen, aktuelle Situation und Chancen für die Zukunft. Jahrbuch des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern 2012. S. 237-253. (Schutzmaßnahmen S. 246).

Auswahl der Bestandteile des UNESCO-Weltkulturerbes 2011

  • Mag. Cyril Dworsky (triton, Österreichische Gesellschaft für Feuchtboden- und Unterwasserarchäologie) und Dr. Christian Mayer (BDA, Abteilung für Archäologie) erarbeiteten den österreichischen Teil der Einreichung für das Welterbezentrum. (Österreichische UNESCO-Kommission, Jahrbuch 2010:23.)

B.1 Grundsätze der Auswahl

Quelle: → Überarbeitung der Auswahl der Bestandteile des UNESCO-Weltkulturerbes: UNESCO S. 1300 ff.

Insgesamt sind 937 Pfahlbaufundstellen bekannt, von denen 156 für eine Serie von Bestandteilen der Serienkandidatur "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" eingereicht wurden. Eine Auswahl-Liste wurde in einem internen Auswahlverfahren (Nomination File, Kapitel 3.c.7) nach folgenden Grundsätzen zusammengestellt:

- Geografische und chronologische Repräsentativität: Um der großen geographischen Verbreitung, der zeitlichen Tiefe und der kulturellen Vielfalt der Pfahlbauten gerecht zu werden, gilt als Leitsatz bei der Auswahl der Bestandteile, dass die ausgewählten Fundstellen den gesamten Zeitraum innerhalb möglichst vieler Makroregionen abdecken müssen. Eine Makroregion ist eine geographische Einheit, deren Definition sowohl die prähistorische Kultursituation als auch die Lage der Siedlungen (großer See oder Moor) berücksichtigt. Letztere waren auch im Hinblick auf die verschiedenen Bautypensd der Dörfer und die Anpassung der wirtschaftlichen Strategien von Bedeutung. Nicht zuletzt spiegeln die Makroregionen die lokalisierte Qualität und Dynamik der prähistorischen Gesellschaft wider.

- Bedeutung bei der Darstellung der Werte des archäologischen Phänomens: Die allgemeine vergleichende Analyse zielte darauf ab, die Pfahlbauten mit bestehenden Welterbestätten sowie anderen Stätten und potenziellen Serienobjekten zu vergleichen (Nomination File, Chapter 3.c.1-3.c.6) im Hinblick auf fünf Wertattribute, wobei die einzigartigen Merkmale der Pfahlbauten betont wurden. Dieselben fünf Attribute (B.2) waren ausschlaggebend für die Auswahl der Teile der Serie. In der internen Vergleichsanalyse wurden diese Kriterien auf jede bekannte Pfahlbaustelle aus dem Alpenraum und auf verschiedene Zeitspannen angewandt, um aufzuzeigen, in welcher Epoche die einzelne Stätte für ein oder mehrere Wertattribute des Serienobjekts besonders wichtig ist.

- Erhaltungszustand: Der Indikator "Erhaltungszustand und Potential" (B.3) existiert für alle bekannten Pfahlbauten in der transnationalen standardisierten Inventarisierungsdatenbank auf der beiliegenden CD. Der beste Erhaltungszustand ist ein Auswahlkriterium; wenn die Stätten jedoch aus chronologischer (bestimmter Zeitraum), geografischer oder kultureller Sicht (z. B. technische Innovation) von besonderer Bedeutung sind, kann diese Bedeutung überwiegen.

In Anbetracht der Bemerkungen von ICOMOS International mit Schreiben vom 14. Dezember 2010 wurde beschlossen, die Serie von 156 Bestandteilen im Detail neu zu bewerten. Die oben dargelegten Grundsätze wurden beibehalten. Es wurde jedoch mehr Wert gelegt auf

- die Auswahl prägnanter zu gestalten, indem Überschneidungen spezifischer Werte in Bezug auf die einzelnen Bestandteile eingeschränkt werden (key issues 1 und 2);

- Bevorzugung der am besten geschützten und verwalteten Gebiete, d. h. der am wenigsten bedrohten Gebiete, bei gleichzeitiger Einschränkung der Überschneidung der Werte (Schlüsselthemen 3 und 4). Gleichzeitig wurde die Qualität der Erhaltung und der Schutzmaßnahmen neu bewertet.


B.2 Die 20 Kriterien für die Aufnahme in die Welterbeliste

(vgl. hier die → Langfassung und Erläuterung der für die endgültige Auswahl zugrundegelegten Kriterien; UNESCO S. 1301 ff.)

a. Großer Zuwachs an Wissen über frühe Agrargesellschaften und den Alltag der Menschen

  • a1 Typisches Beispiel
  • a2 Wichtige Referenzassemblagen
  • a3 Belege für Fernhandelskontakte
  • a4 Seltene Periode
  • a5 Wichtige technische Innovationen
  • a6 Besondere geographische Lage
  • a7 Mehrere Siedlungsphasen
  • a8 Zeitgleiche Standorte
  • a9 Andere Aspekte

b. Wichtige Beispiele für die Entwicklung von Architektur, Bauwesen und Lebensraum

  • b1 Architekturelemente
  • b2 Rekonstruierbare Dorfgrundrisse (oder Teile davon)
  • b3 Siedlungen in ungewöhnlichen Lagen oder mit besonderen Funktionen
  • b4 Siedlungsdynamik innerhalb einer Mikroregion

c. Hervorragende Datierungsmöglichkeiten (Dendrochronologie)

  • c1 Qualitativ gute Datierungsmöglichkeiten
  • c2 Leicht verständliches Pfahlfeld

d. Äußerst reiche und breite wissenschaftliche Datenbasis

  • d1 Ungewöhnlich dicke Kulturschichten
  • d2 Hinweise auf Produktionstechniken
  • d3 Sehr kurze Siedlungsphase (1-2 Jahrzehnte)

e. Hervorragende Möglichkeiten für Naturwissenschaft oder reiche organische Funde

  • e1 Ausgezeichnetes Archiv für Archäobotanik, Archäozoologie, Paläolimnologie, Klima- und Landschaftsgeschichte usw.
  • e2 Hervorragende Erhaltung von organischen Funden (Holzartefakte, Textilien usw.)

B.3 Überarbeitung und endgültige Liste des österr. UNESCO-Weltkulturerbes

[Anm.: Bei Betrachtung der internationalen Auswahl der Stationen für das Weltkulturerbe springt ins Auge, dass seitens Österreich von den obigen 20 möglichen, relevanten Auswahlkriterien neben dem Kriterium "a9 – Besonderer Wert" am Attersee durchwegs nur ein einziges Kriterium je Station angegeben wurde.
Bei See/Mondsee wurden 4 von 20 Möglichkeiten angegeben.
Demgegenüber wurden für den Keutschacher See 5 von 20 Kriterien angegeben.
In den anderen Ländern (Frankreich S. 1305-1312; Schweiz S. 1312-1335; BRD S. 1336-1345) werden für die einzelnen Stationen bis zu 12 der möglichen 20 Auswahlkriterien genannt.
Jedenfalls wurden am Attersee 3 von 6 Stationen (Abtsdorf II und Aufham nördlich der "Teufelsinsel" sowie Nußdorf ausgeschieden.]

nominierte Stationen im Salzkammergut

Salzkammergut (UNESCO S. 1346-50 [Auswahl] / S. 1668-1683 [Entscheidung])

Die Fundstellen des Salzkammergutes in Oberösterreich sind die nordöstlichsten Fundstellen der geographischen Ausbreitung der Pfahlbausiedlungen. Sie sind auch wegen der früh nachgewiesenen Entwicklung der Kupfermetallurgie nördlich der Alpen von Bedeutung. Der Einfluss dieser wichtigen Innovation reicht nachweislich bis in die Westschweiz, und so sind die Fundstellen des Salzkammergutes unweigerlich mit dem Rest der Voralpen verbunden.

Die Auswahl der Fundstellen im Salzkammergut gewährleistet eine vollständige und hervorragende Dokumentation der neolithischen Mondseegruppe: Die Fundstellen Abtsdorf I und III (AT-OÖ-01, AT-OÖ-03) sind - gemeinsam mit der zugehörigen Fundstelle Abtsforf II - wichtig für das Verständnis kleinräumiger Siedlungsprozesse. Litzlberg-Süd (AT-OÖ-05) garantiert mit seinem massiven Paket an Besiedlungsschichten ein reiches Fundspektrum und ist daher eine wichtige Reserve für zukünftige Forschungen. Der gleichnamige Fundplatz Mondsee-See (AT-OÖ-07) ermöglicht mit seinem reichen Fundinventar die Erforschung von Handelskontakten und den Vergleich mit synchronen Pfahlbaukulturen. Abtsdorf I (AT-OÖ-01) schließlich ist das der einzige eindeutig datierte Fundplatz der österreichischen Bronzezeit.


  • Abtsdorf I – AT-OÖ-01

Erhaltungszustand und Potential: A (2000-1000 BC)

Auswahlkriterium: a4 - Seltene Periode (von 20 möglichen Kriterien)

Auswahlkriterium a9 – Besonderer Wert: Die Pfahlbausiedlung ist wegen ihrer gesicherten Datierung an der Wende von der Früh- zur Mittelbronzezeit von besonderer Bedeutung (a4). Es handelt sich um die einzige gesicherte Radiokarbondatierung einer Pfahlbausiedlung dieser Epoche im Salzkammergut. Neolithische Funde aus dem Siedlungsgebiet deuten auf mehrere Phasen hin, die ein wichtiges Bindeglied zwischen neolithischen und bronzezeitlichen Siedlungen darstellen.

Schutz: Denkmalschutzgesetz, UVP-G und WRG; Natura2000-Gebiet; Oö Natur- und Landschaftsschutzgesetz.

Aufgrund der guten Bedeckung mit Seemergel, Schotter und kalkhaltigem Schlamm besteht keine Gefährdung für die Station. Abtsdorf I liegt fast 100 m von der Uferlinie entfernt, wodurch das Gebiet außerhalb der Reichweite von Stegen, Bootshäusern und Badeplattformen liegt. Tauchverbotszonen sind als Pufferzonen definiert. Bojen und nautische Aktivitäten werden durch regionale Vorschriften kontrolliert. Für Boote mit Verbrennungsmotor gibt es erhebliche Einschränkungen. Durch regelmäßige Tauchgänge wird der Zustand der Station alle fünf bis zehn Jahre kontrolliert: → Managementplan 2.0, Kap. 4.4, Salzkammergut/Attersee.


  • Abtsdorf II – AT-OÖ-02 (ausgeschieden)

Erhaltungszustand und Potential: A (4000-3000 BC)

Auswahlkriterien: b4 – Mikroregion-Siedlungsdynamik (von 20 möglichen Kriterien)

Auswahlkriterium a9 – Besonderer Wert: Trotz der guten Bedeckung mit Seemergel und Kalkschlamm und des wissenschaftlich hochinteressanten Ensembles mit Abtsdorf I (AT-OÖ-01) und Abtsdorf III (AT-OÖ-03) wurde die Station aufgrund der unsicheren Erhaltungslage aus der Nominierung genommen. Die verlängerte Anlegestelle im zentralen Teil der Station verursacht einen erheblichen Bootsverkehr, der trotz der Managementbemühungen eine Bedrohung für die Station darstellen könnte.


  • Abtsdorf III – AT-OÖ-03

Erhaltungszustand und Potential: A (4000-3000)

Auswahlkriterien: b4 – Mikroregion-Siedlungsdynamik, d3 – Sehr kurze Siedlungsphase (von 20 möglichen Kriterien)

Auswahlkriterium a9 – Besonderer Wert: Abtsdorf III weist nicht nur eine sehr gute Überdeckung und damit gute Erhaltung auf, sondern ist in der Synopse mit den benachbarten Siedlungen von Abtsdorf I (AT-OO-01) und dem zugehörigen Fundplatz Abtsdorf II von besonderer Bedeutung und markiert ein wichtiges Element für das Verständnis kleinräumiger Siedlungsprozesse (b4). Dies wird durch das Fehlen von feinem organischem Material in den Kulturschichten untermauert, was auf eine Spezialisierung bzw. eine sehr kurze und damit gut nachvollziehbare Siedlungsgeschichte hinweisen könnte (d3).

Schutz: Denkmalschutzgesetz, UVP-G und WRG; Natura2000-Gebiet; Oö Natur- und Landschaftsschutzgesetz.

Die Station befindet sich mindestens 40 m von der Uferlinie entfernt und außerhalb der Reichweite des Gefährdungspotenzials durch Stege, Bootshäuser und Badeplattformen. Das gesamte Gebiet liegt unter einer dicken Abdeckung aus Seemergel. Tauchverbotszonen wurden als Pufferzonen definiert. Bojen und nautische Aktivitäten werden durch regionale Vorschriften kontrolliert. Für Boote mit Verbrennungsmotor gibt es erhebliche Einschränkungen. Durch regelmäßige Tauchgänge wird der Zustand der Station alle fünf bis zehn Jahre kontrolliert: → Managementplan 2.0, Kap. 4.4, Salzkammergut/Attersee.


  • Aufham – AT-OÖ-04 (ausgeschieden)

Erhaltungszustand und Potential: A (4000-3000)

Auswahlkriterien: b4 – Mikroregion-Siedlungsdynamik (von 20 möglichen Kriterien)

Auswahlkriterium a9 – Besonderer Wert: Trotz des insgesamt sehr guten Erhaltungszustandes der Station Aufham und seines hohen Potentials für die Untersuchung von Siedlungsphasen wurde der Fundplatz überarbeitet und aus der Serie gestrichen. Die kleinräumige und inhomogene Struktur der in Privatbesitz befindlichen Parzellen führt zu einem erheblichen Bootsverkehr, der durch den benachbarten Yachthafen noch verstärkt wird. Die Beachtung dieser Gefährdung wird eine wichtige Aufgabe im Managementprozess sein. Dies würde jedoch die Ressourcen für Schutzmaßnahmen in einem schwer kalkulierbaren Umfang in Anspruch nehmen.

[Anm.: Die Anliegen des UNESCO-Weltkulturerbes werden mittels Sponsoring des "Kuratoriums Pfahlbauten" durch den benachbarten Yachthafen → Dworsky, Cyril: "Ein UNESCO Weltkulturerbe vor dem UYCAs" (S. 29 ff.) finanziell unterstützt.] [Anmerkung der Redaktion in dieser Ausgabe des UYCAS: "Direkt neben dem UYCAs befindet sich eine zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Pfahlbausiedlung vor der Marina Berndt. Bitte meiden Sie beim Ankern diesen Bereich großräumig!"]


  • Litzlberg Süd – AT-OÖ-05

Erhaltungszustand und Potential: A (4000-3000)

Auswahlkriterium: d1 – Ungewöhnlich dicke Kulturschichten (von 20 möglichen Kriterien)

Auswahlkriterium a9 – Besonderer Wert: Die Siedlung Litzlberg Süd zählt zu den Siedlungen mit den am besten erhaltenen archäologischen Horizonten in Österreich. Die massiven Pakete von Besiedlungsschichten und die sehr gute Überdeckung mit Seemergel und Kalkschlamm bieten ideale Voraussetzungen für ein reiches Fundspektrum (d1) und sind daher für das Verständnis kleinräumiger Entwicklungsprozesse in der Jungsteinzeit besonders wichtig.

Schutz: Denkmalschutzgesetz, UVP-G und WRG; Natura2000-Gebiet; Oö Natur- und Landschaftsschutzgesetz. Tauchverbotszonen als Pufferzonen; Bojen und Nautik regional reguliert. Für Boote mit Verbrennungsmotor gibt es erhebliche Einschränkungen.

Die stabile Lage in der Bucht von Litzlberg unterstützt die guten Erhaltungsbedingungen der Station. Es gibt wenig Bootsverkehr, da alle angrenzenden Parzellen im Besitz einiger weniger Privatpersonen sind. Der Dialog mit der Gemeinde und der Naturschutzbehörde hat ergeben, dass ein großes Interesse an der Anlage besteht und ein starkes Bewusstsein für den Naturschutz des Sees und den kulturellen Wert der Station vorhanden ist. Erste Projekte zur Renaturierung der Uferlinie wurden bereits umgesetzt und werden als Best-Practice-Beispiele für die Zukunft dienen. Ein Monitoring der eher gefährdeten Uferbereiche der Station wird eingerichtet und es wird ein Budget für Schutzmaßnahmen reserviert. Durch regelmäßige Tauchgänge soll der Zustand der Staton alle fünf bis zehn Jahre kontrolliert werden: → Managementplan 2.0, Kap. 4.4, Salzkammergut/Attersee.


  • Nussdorf – AT-OÖ-06 (ausgeschieden)

Erhaltungszustand und Potential: A (3500-2500)

Auswahlkriterien: a4 – Seltene Periode, d1 – Ungewöhnlich dicke Kulturschichten (von 20 möglichen Kriterien)

Auswahlkriterium a9 – Besonderer Wert: Die Siedlung Nussdorf ist nicht nur sehr gut erhalten und weist ein reiches Fundspektrum auf, sondern nimmt aufgrund der Funddatierung und der C14-Proben auch eine wichtige Stellung bei der Erforschung der untergehenden Mondseegruppe ein. Trotz der Tatsache, dass nationaler Schutz die Fundstelle ohnehin sichern wird und die Handlungsmöglichkeiten der kommunalen Körperschaften einschränkt, wurde beschlossen, sie nicht in die Serie aufzunehmen, um den Handlungsspielraum für die gesamte Region zu erweitern.


  • Mondsee-See – AT-OÖ-07

Erhaltungszustand und Potential: B (4000-3000)

Auswahlkriterien: a2 – Wichtige Referenzassemblagen, a3 – Belege für Fernhandelskontakte, a5 – Wichtige technische Innovationen (von 20 möglichen Kriterien)

Auswahlkriterium a9 – Besonderer Wert: Die namengebende Station der Mondseegruppe stellt nicht nur aus forschungsgeschichtlicher Sicht einen außergewöhnlichen Wert dar. Das reiche Fundinventar der Siedlung stellt die bisher umfassendste Quelle zur wissenschaftlichen Erforschung der österreichischen Pfahlbaukulturen dar (a2). Mehrere Publikationen befassen sich mit den verschiedenen Fundkategorien (z.B. Keramik, Tierknochen und Feuerstein) und ermöglichen die Erforschung von Handelskontakten (a3) und den Vergleich mit synchronen Pfahlbaukulturen. Das reiche Spektrum an Metallfunden demonstriert die wichtige Rolle von See bei der frühen Entwicklung der Kupfermetallurgie (a5).

Schutz: Denkmalschutzgesetz, UVP-G und WRG; Natura2000-Gebiet; Oö Natur- und Landschaftsschutzgesetz. Tauchverbotszonen der Bezirkshauptmannschaft; Bojen und nautische Regulierungen. Es gibt ein absolutes Verbot für Boote mit Verbrennungsmotor.

Die Überwachung und Verhinderung der Erosion im Abflussbereich ist nicht nur für die Erhaltung der Seebewohner notwendig, sondern auch für den Schutz der beiden Natura 2000-Fischarten. Eine enge Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde und dem Limnologischen Institut in Mondsee wird aufgebaut und Budget für Monitoring und Schutz reserviert. Die Entwicklung und Umsetzung eines zusätzlichen Schutzprogramms ist seit 2010 in Arbeit: → Managementplan 2.0, Kap. 4.4, Salzkammergut/Mondsee.


Keutschacher See (S. 1350 f. [Auswahl] / 1664-1667 [Entscheidung])

Der Keutschacher See hat aufgrund seiner geographischen Lage zwischen Slowenien, Italien und dem österreichischen Salzkammergut eine besondere Bedeutung. Die Station Keutschacher See (AT-KT-01) ist eine der wenigen bisher bekannten Pfahlbaufundstellen dieser Makroregion. Seine Funde aus der neolithischen Kanzianiberg-Lasinja-Gruppe verbinden sie nicht nur mit den südöstlichen Pfahlbauregionen, sondern zeigen Einflüsse, die weit in die ungarische Region hineinreichen. Darüber hinaus bildet sie auch eine wichtige Verbindung zu den österreichischen Pfahlbauten nördlich der Alpen. Als erste in Österreich entdeckte Pfahlbausiedlung ist sie zusätzlich forschungsgeschichtlich von immenser Bedeutung.


  • Keutschacher See – AT-KT-01

Erhaltungszustand und Potential: B (4000-3500)

Auswahlkriterien: a1 – Typisches Beispiel, a2 – Wichtige Referenzassemblagen, a3 – Belege für Fernhandelskontakte, a6 – Besondere geographische Situation, b3 – Siedlungen in ungewöhnlichen Lagen (5 von 20 möglichen Kriterien)

Auswahlkriterium a9 – Besonderer Wert: Der Fundplatz gehört zu den Hauptfundstellen der neolithischen Kanzianiberg-Lasinja-Gruppe und ergänzt die Fundstellen auf mineralischem Boden durch seine hervorragenden Erhaltungsbedingungen für organisches Material. Der Einfluss der Lasinja-Keramik ist bis weit in die ungarische Region nachweisbar (a6) und stellt eine wichtige Verbindung zum südostalpinen Raum dar (a3). Pionierarbeiten in der Dendrochronologie haben wichtige Informationen über die Kanzianiberg-Lasinja-Gruppe geliefert und unterstreichen zusammen mit der Keramik als Referenzkomplex (a2) die Bedeutung der Station. Die Lage der Station im Zentrum des Sees ist auch bezüglich Nutzung und Siedlungsstrukturen der Pfahlbauten (b3) außergewöhnlich und interessant.

Schutz: Denkmalschutzgesetz, UVP-G und WRG; Naturschutzgebiet, Ramsar-Konventionsgebiet; gesamter See ist Tauchverbotszone. Das Kärntner Umweltplanungsgesetz (K-UPG) verlangt Umweltbericht mit Informationen über das kulturelle Erbe, der "archäologische Schätze" enthalten muss.

Durch die Lage in der Mitte des Sees und das Tauch- und Motorbootverbot ist die Station auch gut vor störenden menschlichen Aktivitäten geschützt. Kleinflächige Erosionsgebiete sind seit 1994 mit Geotextilien abgedeckt. Natürliche Erosion gibt es nach wie vor in geringem Umfang und wird durch regelmäßige Überwachung festgestellt. Dies wird zu einem besseren Verständnis der verschiedenen Einflussfaktoren führen, um die am besten geeigneten Gegenmaßnahmen zur Verbesserung der Stabilität der Station festzulegen.


Weitere Literatur zum UNESCO-Welterbe

Gruber 2011, Heinz: → Pfahlbauten. Österreichs neues Welterbe. In: Bundesdenkmalamt; Zs. Denkmal Heute, Heft 1/2011, 37-41.

Dworsky 2012, Cyril und Helena Novak: → Archäologische Überlebensstragtegie UNESCO-Welterbe Das UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen – Entstehungsgeschichte, Forschungsaufgaben und Fragen der Nachhaltigkeit; Zs. Archäologie Österreichs 23/2, 2012

Jansa 2013, Viktor: → Probleme und Lösungsansätze beim Monitoring unterwasserarchäologischer Fundstellen am Beispiel des UNESCO–Weltkulturerbes „Pfahlbauten“. Diplomarbeit Univ.-Wien, 2013. 137 Seiten. (S. 75: Fallstudie Seewalchen)

Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen in: → Wikipedia: Liste aller 111 UNESCO-Stationen



Beschreibung der 23 Pfahlbaustationen am Mondsee und Attersee

23 Pfahlbaustationen am Attersee und Mondsee: Grafik: Gerald Egger vom Verein → Pfahlbau am Attersee
Kammerl 1920 für Film "Sterbende Völker" abgebrannt
Botschaft des Films: Deutschland, deutsches Volk in Not!

Nebenstehend wird eine Karte von Gerald Egger vom Verein "Pfahlbau am Attersee" mit den bekannten Fundstellen von Pfahlbauten am Attersee und Mondsee gebracht. Quelle: Rubrik → Fragen und Antworten der Homepage des Vereins mit den nachstehenden Erläuterungen: "Entgegen der weit verbreiteten Meinung standen nur wenige Pfahlbauten im Wasser, die meisten vermutlich auf der bei Hochwasser überfluteten Strandplatte. Es gibt aber auch Belege, dass die Pfahlbauer ihre Dörfer auf Inseln errichteten (Keutschachersee). Durch einen Wasserspiegelanstieg verschwanden sie dann alle unter Wasser, wo wir heute auch die Überreste finden. Großteils befinden sich diese unter einer schützenden Schotterschicht."

Detaillierte Beschreibung der Stationen je Gemeinde:

Im Folgenden werden Auszüge aus der → UNESCO-Datenbank zu den einzelnen österreichischen Pfahlbaustationen mit dem Stand 2015 – gegliedert nach den Gemeinden – gebracht. Diese umfassen je Station die

  • Zeitstellung, eine
  • kompakte Beschreibung und eine
  • Bibliographie.
Ehemalige Pfahlbaurekonstruktion in Kammerl (1910-1922) 5 Hütten auf Pfahlrost mit 329 Pfählen; 40-m-Steg
Zwölfender-Trophäe im Einbaum vor den Pfahlbauten

Gemeinde Attersee

Die → Liste der Gemeinde Attersee umfasst die Stationen: Attersee–Landungssteg; Abtsdorf I (= Bronzezeit); Abtsdorf II-Niedermayerfeld; Abtsdorf III-Niedermayerfeld; Aufham und Aufham II.

Gemeinden am Mondsee (See mit sehr vielen Gusslöffeln)

Die → Liste der Gemeinden am Mondsee umfasst die Stationen: "See" (Gem. Unterach), Scharfling (Gem. St. Lorenz) und Mooswinkel (Gem. Innerschwand).

Gemeinde Nußdorf

Die → Liste der Gemeinde Nußdorf umfasst die Station "Nußdorf".

Gemeinde Schörfling

Die → Liste der Gemeinde Schörfling umfasst die Stationen: Kammer I, Kammer II und Kammerl.

Gemeinde Seewalchen (mit Gusslöffel)

Die → Liste der Gemeinde Seewalchen umfasst die Stationen: Seewalchen I+II, Seewalchen III, Litzlberg Nord I, Litzlberg Nord II, Litzlberg Nord III und Litzlberg Süd.

Gemeinde Unterach (Misling mit Gusslöffel)

Die → Liste der Gemeinde Unterach umfasst die Stationen: Misling I und Misling II.

Gemeinde Weyregg

Die → Liste der Gemeinde Weyregg umfasst die Stationen: Weyregg I-Landungssteg und Weyregg II-Puschacher.

Gemeinde Keutschach

Die → Liste der Gemeinde Keutschach umfasst die Stationen: Keutschacher See-Insel und Hafnersee-Insel.

Gemeinde Traunkirchen

Die → Liste der Gemeinde Traunkirchen umfasst die Station "Traunkirchen" und Wurmbrands neolithische Stationen im Bereich des Traun-Ausflusses.

Überblick: Die Pfahlbauten am Keutschacher See und Hafner See

Hochstetter 1865, Christian Gottlob Ferdinand: → Bericht über Nachforschungen nach Pfahlbauten in den Seen von Kärnthen und Krain 1864. Si.-Berichte der Akademie der Wissenschaften math.-naturwiss. Klasse, 1865, Band 51, S. 261-282. (S. 272: Steinhügel im Ossiacher und Wörther See)
[Hofstetter entdeckte den Pfahlbau im Keutschacher See am Montag, 29. August 1864.]

Mossler 1954, Gertrud: Neues zum vorgeschichtlichen Pfahlbau im Keutschacher See. Festschrift für Rudolf Egger. Carinthia II, 144; 1954:76–109.

Klemun 1995, Marianne: → Die Erforschung des vorgeschichtlichen „Pfahlbaus" – ein kontroversielles Kapitel der internationalen prähistorischen Forschung des 19. Jh. und Ferdinand Hochstetters Entdeckung der Keutschacher „Pfahlbauten" (1864). Carinthia II, Klagenfurt 1995:215–238.

Cichocki 2003, O.: "Ein jungsteinzeitliches Dorf im See?" In: Keutschach am See – Eine Chronik. Verlag Johannes Heyn, Klagenfurt 2003; 272 Seiten.

Cichocki 2003, Otto: → A Neolithic Pile Dwelling in Keutschacher See? VIAS-Dendrolab. Vienna 2003; 21 Seiten.

Cichocki 2013, Otto: → Nassholzfunde aus österreichischen Seen. Fines Transire 2013:25–50. (umfassend zum Keutschacher See).
449 Pfähle und Holzreste im Pfahlbau See/Mondsee (61% < 10cm; 33% 10–15cm; 6% >15cm).
Waldgehölze: 45% Fichte (Picea), 10% Tanne (Abies), 7% Ahorn (Acer), 2% Buche (Fagus).
Auhölzer: 21% Pappel (Populus); 7% Erle (Alnus); 2% Weide (Salix); 1% Esche (Fraxinus); 5% Sonstige (Äste, Zweige…)

Offenberger 2014, Johann: → Die neolithische „Inselsiedlung“ im Keutschacher See (Kärnten) – Eine kritische Betrachtung. ÖAB; Historica – Austria, Band 12, Jg. 2014. 55 Seiten.

Knobling 2008, Astrid: → Pollenanalytische Untersuchungen im Bereich des Pfahlbaus Keutschacher See, Kärnten. Diplomarbeit Univ. Wien, 2008. 57 Seiten.


Samonig 2003, Bertram: → Gesamtdarstellung: Die Pfahlbaustation des Keutschacher Sees. Dissertation Univ. Wien; im Rahmen des FWF-Pfahlbauprojektes von Elisabeth Ruttkay (unter Mitwirkung von Cichocki (VIAS) sowie Pucher und Stadler (NHM)): Studien zur Pfahlbauforschung in Österreich. Materialien II; Mitt. Prähistor. Komm. 51; 260 Seiten. E-Book der ÖAW, 2003 (→ zweite Quelle)
[Anm.: Die einzelnen Kapitel sind → als PDF downloadbar: u.a.: → 60 Tafeln mit Abbildungen; 96 Seiten → Katalog. OPEN ACCESS

  • Pucher 2013, Erich: Einige Bemerkungen zu den bisher übergebenen Knochenaufsammlungen aus dem Keutschacher See in Kärnten. In Samonigg 2013:263–284.

→ S. 27: … dass in einem bestimmten Zeitabschnitt die Seeuntiefe trocken fiel und in Form einer kleinen, flachen Insel aus dem See ragte. Bei den jahreszeitlich bedingten Hochständen wurde sie überspült, wobei es zu sandigen Absätzen kam. Mit einem geringen Anstieg des Wasserspiegels kam es zur Bildung von Radizellentorf, bis eine neuerliche Auffüllung des Seebeckens eine Überflutung verursachte, in deren Folge dann die bislang gebildeten Ablagerungen durch Wellenschlag bis auf geringe Reste zerstört und abgetragen wurden (Mossler 1954, 92).

Diese Deutung sah der Geologe Fritz Brandtner (Wien, Untersuchung von Moor- und Seeböden) durch das Auffinden eines Bachbettes im südöstlichen Seebereich bestätigt. Das Bachbett mit Holz- und Holzkohleeinschwemmungen lag ca. 1,5 m unter dem heutigen Wasserspiegel. Für Brandtner ist dies ein Beweis für starke Seespiegelschwankungen. Seiner Meinung nach wurde der Pfahlbau in einer Trockenperiode angelegt. Beim Wiederansteigen des Seespiegels sind Hölzer und Holzkohlestücke aus der Siedlung in das Bachbett eingeschwemmt und durch Torfbildung überdeckt worden. Wenn das zutrifft, befand sich der Pfahlbau zur einen Hälfte im Wasser, da Pfähle bis in sechs Meter Tiefe vorhanden sind, und zur anderen Hälfte auf festem Untergrund (Anm.: Diese zweite Vermutung von Brandtner trifft höchstwahrscheinlich zu, wie neue Untersuchungen von Cichocki im August 2001 ergaben. Lt. Mündl. Mitt. von O. Cichocki.)


Pohl 2019, H.: → Bericht zur unterwasserarchäologischen Prospektion M-Nr.: 72126.19.01 Keutschacher See 2019

Dworsky 2021, Cyril; Meyer, Lieselore: → Die jungsteinzeitlichen Pfahlbauten in Kärnten. Sonius 2021, S. 3–8.

Meyer 2020, Lieselore: → Der Hafnersee - Unbekannte Pfahlbauten.

Kleine Zeitung 2021. Kärnten: → Verborgener Schatz im Hafnersee; 7.1.2021

Relevante Literatur zu den Pfahlbauten am Attersee und Mondsee

Offizielle Studien- und Literatur-Sammlungen

  • Das → Kuratorium Pfahlbauten Wien bietet weiterführende Literatur zum Thema Pfahlbauten in Österreich (z. T. mit Links zum Downloaden)
  • Jakob Maurer stellt auf der Homepage mit → Endnote-Gesamt (12.10.2018) eine sehr umfangreiche Literatur-Zusammenstellung zur Verfügung: eine Suche ergab 136 x „Mondsee“; 103 x "Pfahlbau"; 65 x „Attersee“; 18 x „Traunsee“; 43 x „Altheim“; 92 x „Ruttkay“; 47 x „Hell“; 46 x "J. Maurer"; 31 x "Offenberger"; 28 x „Pittioni“; 21 x "Grömer"; 14 x „Willvonseder“; 13 x "Dworsky"; 12 x "Pucher"; 11 x „Much“; 9 x „Beninger“; 8 x "Pohl"; 7 x „Driehaus“; 6 x „Reinecke“; 3 x "Mitterkalkgruber"; 3 x "Reitmaier"; 3 x „Schweighofer Mauer“; 26 x „Südost…“ usw.

Mondsee und Attersee

Transkript → Elisabeth Ruttkay: Typologie und Chronologie der Mondseegruppe, in: Das Mondseeland. Geschichte und Kultur. Ausstellungskatalog des Landes OÖ, 8.5.–26.10.1981 in Mondsee; Linz 1981: 269–294.

Ruttkay´s "Terminologie des Jungneolithikums" in: → Samonigg 2003, Bertram: Die Pfahlbaustation des Keutschacher Sees. in den Mitt. der Prähistor. Komm. 2003, Nr. 51 auf den S. 38-41

Samonigg 2003, Bertram: → Die Pfahlbaustation des Keutschacher Sees. in den Mitt. der Prähistor. Komm. 2003, Nr. 51 auf den S. 38-41

Meyer 2006, M. u. Raetzel-Fabian, D.: → Neolithische Grabenwerke in Mitteleuropa. Ein Überblick; Journal of Neolithic Archaeology 2006 (zu Michelberger und Altheimer Kultur)

Pavuk 2000, Jurja: → Das Epilengyel / Lengyel IV als kulturhistorische Einheit. In: Slovenska Archeologika 2000. S. 1–26. (mit vielen Keramikformen-Abbildungen)

Offenberger, Johann: Die „Pfahlbauten” der Salzkammergutseen, in: Das Mondseeland. Geschichte und Kultur. Ausstellungskatalog des Landes OÖ, 8.5.–26.10.1981 in Mondsee; Linz 1981: 295–357.

Offenberger, J. und Ruttkay, E.: Pfahlbauforschung in den österreichischen Salzkammergutseen, in: H. Schlichtherle (Hrsg.), Pfahlbauten rund um die Alpen. Darmstadt 1997; 76–80.

Pernicka, E.; Frank, C.: → Copper artefacts of the Mondsee group and their possible sources. pp. 113-138. In: Lake Dwellings after Robert Munro. Edinburgh 2010. (online - Leiden: Sidestone Press)

  • Mondsee-Kupfer hat besonders viel Arsen: 0,5–5% und damit war eine Vorbehandlung wie Rösten nicht möglich; historischer Kupfer-Abbau in Mitterberg, Kitzbühel oder Schwaz können wie alle Ostalpenbergbaue als Quelle ausgeschlossen werden, wie auch jene von Südost-Europa. Am Balkan gibt es aber mit Mondsee vergleichbar stark-arsenhältige Kupferartefakte, aber keine zugehörige Quelle. Die Verbreitung der Spiralen mit Mondseekupfer reicht von Ungarn bis zum Bodensee. Alle Mondseedolche gehören zum Cucuteni-Typ, die auch entlang der Donau vorkommen. Mondseekupfer kommt nur stark-arsenisch und ansonsten sehr reinem Kupfer vor, wie auch bis in den Iran.

Obereder, J.; Pernicka, E. und Ruttkay, E.: Die Metallfunde und die Metallurgie der kupferzeitlichen Mondseegruppe. Ein Vorbericht, Archäologie Österreichs 4/2, 1993, 5–9.

Ranseder, Bärbel: → Die Pflanzenfunde der Pfahlbauten in See / Keutschach / Abtsdorf I / Seewalchen I (A) im Tabellenvergleich zu Robenhausen (CH) und Federsee (D). Ethnobotanik und Ethnomedizin, Univ. Zürich. 2016. 54 Seiten.

Reitmaier 2019, Florian: → Die Erdwerke der Altheimer Kultur. (37. Niederbayerischer Archäologentag 2019; S. 93-150)

Swierczynski 2013, T.: Lauterbach, St.; Dulski, P.; Brauer, A.: → Late Neolithic Mondsee Culture in Austria: living on lakes and living with flood risk? Climate of the Past 9(4), 2013: p. 1601-1612. (Radiokarbondaten Mondsee-Stationen; Grafik – CC BY 3.0)

Turck, Rouven: → Die Mondsee-Metallurgie. In: Die Metalle zur Zeit des Jungneolithikums in Mitteleuropa. (S. 37-42)
Es ist opinio communis, dass die Feuchtbodenbesiedlungen der Nordalpen ein zusammengehöriges, vergleichsweise einheitliches Phänomen darstellen. Im frühen 4. Jt. v. Chr. brechen die Importe aus Südosteuropa ab, während die eigenständige Kupfergeräteproduktion einsetzt. (Er hat mit dem Abbruch der Importe aus SO-Europa wohl recht; lt. Pernicka hat er aber mit seiner These einer eigenständigen Mondsee-Kupfer-Produktion unrecht.)

Station See am Mondsee

Mondseekrug mit Furchenstichverzierung (Foto: B. Schier)

Lochner 1997, Michaela: Studien zur Pfahlbauforschung in Österreich. Materialien I – Die Pfahlbaustationen des Mondsees. Keramik, Wien 1997. MPK 32.

3-D-Modelle der Studiensammlung des Instituts für Urgeschichte und Historische Archäologie, Wien: → Krug, → Henkeltasse und → Dolch (Typ Mondsee).

Abbildungen → von Funden der Station See/Mondsee: Silices; Beile und Äxte; Keramik; Organische Reste; Knochen; Metalle; sowie Steinschmuck und -objekte der Studiensammlung des Instituts für Urgeschichte und Historische Archäologie Wien

Wolff 1977, Petra: → Die Jagd- und Haustierfauna der spätneolithischen Pfahlbauten des Mondsees. JB des OÖ Musealvereins, Bd. 122/I, 84 Seiten, Linz 1977. (Mit 20 Abb. auf Tafel V-VIII, 2 Abb. im Text und 11 Diagrammen)

Pucher 1997, Erich: Die Pfahlbaustationen des Mondsees. Tierknochenfunde und Untersuchungen über Bestimmungskriterien von Gemsenknochen sowie Überlegungen zur Herkunft der Mondsee-Viehwirtschaft. Mitteilungen der Prähistorischen Kommission 003 1997, 150 Seiten.

Holzer 2020, Veronika: → Textilfunde aus der Seeufersiedlung See am Mondsee. Prähistorische Forschungen online Band 10 (2020), 60 Seiten; Anthropolog. Ges. Wien; Verlag NHM Wien, 2020.
[Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/; Bilder, deren Copyright nicht beim NHM bzw. beim Autor liegen, werden gem. § 42f (1) Z 1 Urheberrechtsgesetz als Bildzitat im wissenschaftlichen Rahmen verwendet.]

Hofmann 1924, Elise: → Pflanzenreste der Mondseer Pfahlbauten; Vorgelegt in der Sitzung am 3. Juli 1924. Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse, 1924, Band 133, S. 379–409.

Reiter 2013, Violetta: → Ressourcenmanagement im Pfahlbau. Technologie und Rohmaterial der Steinbeilklingen vom Mondsee. Mitt. der Prähistorischen Kommission, Band 81, 30 Seiten. Verlag der ÖAW, Wien 2013.

Reiter 2011, Violetta: → Die Steinbeile vom Mondsee_Station See (OÖ) aus der Sammlung Matthäus Much; Diplomarbeit Uni Wien, 2011, 634 Seiten. (331 MB)

Reiter 2008, Violetta: → Aktueller Forschungsstand der Mondsee-Funde in der Studiensammlung des Institutes für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien, Archäologie Österreichs 19/1, 2008; 6 Seiten. (Datenerfassung der Funde: Keramik, Steingeräte, Organisches Material, Knochen- und Knochenschmuck, Metallgegenstände, Datierung)

Keutschachersee

Samoig 2001, Bertram: → Die Pfahlbaustation des Keutschacher Sees. Dissertation 2001; Studien zur Pfahlbauforschung in Österreich. Materialien II. Mitt. der Prähistor. Kommiss. 51; 2003. OPEN ACCESS.

Literatur

Zur Vorgeschichte Oberösterreichs - Die Pfahlbauten

Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild. Band 6: Oberösterreich und Salzburg (1889); → Zur Vorgeschichte Oberösterreichs – Die Pfahlbauten. S. 55-62.

Pfahlbauforschungen zum Mondsee

Prof. Karl Klapper 1912–15.4.1995

Klapper 1940, Karl: Dissertation über → Wirbeltierfunde bei den Pfahlbauten am Mondsee" (Nachruf in Zs. Österrreichische Naturschutzjugend); die begonnene Dissertation an der Univ. Wien ging im Zweiten Weltkrieg verloren.

Offenberger 2012, Johann: Weltkulturerbe "See" - Ein Forschungsbericht. Historica – Austria, Jahrgang 2012, Band 10, 100 Seiten.

Offenberger 2015, Johann: Das Pfahlbauerbe – "Brennpunkt" Mondsee. Jungsteinzeitliche Seeufersiedlungen im Salzkammergut. Die Detaildokumentation und der Versuch einer Analyse. Historica – Austria, Jahrgang 2015, Band 13, 327 Seiten.

Ruttkay 1981, E., Typologie und Chronologie der Mondsee-Gruppe. In: Das Mondseeland. Geschichte und Kultur, Katalog (1981) 269-294.

Ruttkay 1999, E., Mondsee-Gruppe. In J. Preuss, Das Neolithikum in Mitteleuropa 2 (1999) 75-78.

Ruttkay 1983, Elisabeth: Archäologisches Fundmaterial aus den Stationen Abtsdorf I, Abtsdorf II und Weyregg I; In: Fundberichte aus Österreich, Band 21, 1983, 19-23.

Ruttkay 1995, Elisabeth: Neue Hoffnungen. Das Pfahlbauprojekt vom FWF-Fonds und der ÖNB; In: Arche. Zeitschrift für Geschichte und Archäologie in OÖ, Nr. 10, 1995, 18-19.

Schmidt 1986, R.: Palynologie, Stratigraphie und Großreste von Profilen der neolithischen Station See am Mondsee, Oberösterreich. Verlag ÖAW; Archaeologia Austriaca 70, 227–235.

Berger 2018, David, zur → Analyse des hydrologischen Systems Mondsee mit Schwerpunkt Management des Seewasserspiegels, Univ. für Bodenkultur, Wien, 2018 (73 Seiten)

Cichocki 2013, Otto: → Nassholzfunde aus österreichischen Seen. Fines Transire 2013, S. 25–50. (etwas Holzfunde von See/Mondsee, sonst Keutschacher See)

Much 1885, Matthäus: → Pfahlbauten und die Heimat der Indogermanen. Vortrag 1885.

Janik 1969, Vinzenz: → Die Pfahlbausiedlung See/Mondsee im Blickfeld landschaftlicher Forschung. Jahrbuch des Oö Musealvereines Bd. 114, 1 (1969). S. 181-200

Wolff 1977, Petra: → Die Jagd- und Haustierfauna der spätneolithischen Pfahlbauten des Mondsees. (stark gekürzte Dissertation); Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereins, 1977, Band 122/1, S. 269-347.

Wolff 1977, Petra: Die Jagd- und Haustierfauna der spätneolithischen Pfahlbauten des Mondsees. Diss. Univ. Wien, stark gekürzt im: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines Bd. 122,1 (1977) S. 269-347. → Teil 1; → Teil 2; → Abbildungen

Holzer 2020, Veronika: → Textilfunde aus der Seeufersiedlung See am Mondsee. S. 14-48. S. 49-60: Faszinierende Tafeln von Offenberger. Mit Vorbemerkung: Pfahlbauforschung in See am Mondsee als Kontext zur wissenschaftlichen Erforschung der Textilreste. (S. 7-13). Prähistorische Forschung Online, Band 10. Verlag des NHM Wien, 2020. 60 Seiten. (Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz. http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ )

Grömer 2006, Karina: → Vom Spinnen und Weben, Flechten und Zwirnen. Hinweise zur neolithischen Textiltechnik an österreichischen Fundstellen. Für Elisabeth Ruttkay. Zs. Archäologie Österreichs, 17/2, 2006; S. 177–192.

Götzinger 2006, Michael: → Überblick zu den verfügbaren Steinrohstoffen in Ostösterreich. In: Mateiciucová, I. und Götzinger, M. (2006): Zur Rohstoffverteilung und -verfügbarkeit in der Lengyel-Kultur.- Archäologie Österreichs 17/2, 82 – 89.

Obereder 1993, J./E. Pernicka/E. Ruttkay, Die Metallfunde und die Metallurgie der kupferzeitlichen Mondseegruppe. Ein Vorbericht. Arch. Österreichs 4/2, 1993, 5-9.

Gross 2021, Eda et al.: → Diversity of resources and volatility of metallurgical networks—multi‑methodological provenance analysis of neolithic and EBA‑copper‑artefacts from Switzerland and eastern France. In: Archaeological and Anthropological Sciences (2021), 34 pages. [ 34 x „Mondsee“]

Pernicka 1990, Ernst: → Gewinnung und Verbreitung der Metalle in prähistorischer Zeit; In: Jahrbuch des römisch-germanischen Zentralmuseums Mainz, Band 37, 1990. Kalibrationskurve: Seite 32.

Pernicka 2010, Ernst et Frank, Carolin: Copper artefacts of the Mondsee group and their possible sources. In: → Lake Dwellings after Robert Munro. Sidestone Press 2010. p. 113–138.

Pernicka 2012, Ernst u. Frank Carolin: → Copper Artefacts of the Mondsee Group and their Possible Sources. Chapter 5 in: Lake Dwellings After Robert Munro. Leiden 2012; pp. 113–132.

Reiter 2011, Violetta: → Die Steinbeile vom Mondsee/Station See (OÖ) aus der Sammlung Much. Diplomarbeit, Universität Wien, Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, 2011. (331 MB, 634 Seiten: Bd. 1 Text, 226 S.; Bd. 2 Katalog: Tafeln 1-99; Bd. 3: Katalog: Tafeln 100-199); online abrufbar for best quality im Bibliothekskatalog der Universiät Wien: → http://usearch.univie.ac.at

Reiter 2013, Violetta: → Ressourcenmanagement im Pfahlbau, Technologie und Rohmaterial der Steinbeilklingen vom Mondsee. Mitt. d. Prähistor. Kommission 81, 2013.

Reiter 2013, Violetta: → Ressourcenmanagement im Pfahlbau. Technologie und Rohmaterial der Steinbeilklingen vom Mondsee. Mitteilungen der Prähistorischen Kommission. Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Wien 2013. Band 81. S. 7–30: Einleitung, Fundort, Forschungsgeschichte, Sammlung Much, S. 16 Abb. 4: Fundort mit Tiefenlinien, Fundverteilung, S. 18 Zeitstellung 4.900–4.750 BP (3.700–3100 BC); Fundmaterial (12 Seiten mit Tabellen der Inventarliste) … Rest als Kaufexemplar.

Reiter 2008, Violetta: → Aktueller Forschungsstand der Mondsee-Funde in der Studiensammlung des Institutes für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien. Archäologie Österreichs 19/1, 2008 (Überblick samt Literatur)

Die Mondseekultur → in de-academic.com: gute Darstellungen und Beschreibungen ... Literatur ...

Mondseekultur im → Austria-Forum

Saile, Thomas: → Altheim – ein Jahrhundert Erdwerk. 23 Seiten, Bilder und Grafiken.

Driehaus 1960, J.: Die Altheimer Gruppe und das Jungneolithikum in Mitteleuropa. Mainz 1960. (ist gegen Verbindung der Altheimerkultur mit der Mondsee-Gruppe)

Obereder 1993, J.; E. Pernicka u. E. Ruttkay: Die Metallfunde und die Metallurgie der kupferzeitlichen Mondseegruppe. Ein Vorbericht. Archäologie Österreichs 4/2, 1993, S. 5-9.

Paret 1930, Oscar: → Die Einbäume im Federseeried und im übrigen Europa. PrHist. 1930. AM MONDSEE 1927 NOCH 19 in BETRIEB; auch Attersee (S.111 u. 114/5) 10-12 m Tanne

Daxer 2018, Chr.; Moernaut, #J.; Taylor, T.; Haas, J. and Strasser, M.: → Late Glacial and Holocene sedimentary infill of Lake Mondsee (Eastern Alps, Austria) and historical rockfall activity revealed by reflection seismics and sediment core analysis. Sciendo, Sept. 2018. P. 111-134. OPEN ACCES: licensed under the Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 License. Die FELSSTÜRZE am Mondsee ereigneten sich → 1500 n. Chr. und nicht zur Zeit der Pfahlbauern.

Trinks 2019, Immo; Neubauer, Wolfgang; Taylor, Timothy; Wallner, Mario; Löcker, Klaus und Leskovar, Jutta: → Hochauflösende unterwasserarchäologische Prospektion oberösterreichischer Pfahlbauten und Seen mit Fächerecholot und Sediment-Sonar. Dreiländertagung der DGPF, der OVG und der SGPF in Wien, Österreich – Publikationen der DGPF, Band 28, 2019. Seite 235.

Pfahlbauforschungen am Attersee

Pfahlbauern-Tasse mit Furchenstich

Willvonseder 1933, Kurt: Oberösterreich in der Urzeit. Deutsches Vaterland - Österreichs Zs. für Heimat und Volk Wien 1933; 111 Seiten, 100 Abb. mit 303 Figuren und 4 Karten

Willvonseder 1965-1968, Kurt: "Die jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Pfahlbauten des Attersees in Oberösterreich", 1968, Mitteilungen der prähistorischen Kommission, XI. und XII. Band; (Graz 1965, Wien 1968), 453 Seiten, 34 Tafeln, 5 Abbildungen.

Willvonseder 1960, Kurt: → Eine bronzezeitliche Moorsiedlung in Gerlham bei Seewalchen. JBOÖMV, Bd. 111, 1966:154-162.

Danner 2020, Peter: → Kurt Willvonseder (1903-1968). Ein Prähistoriker mit vielen Aufgaben zwischen 1938 und 1945. In: Daniel Modl - Karl Peitler (Hrsg.), Archäologie in Österreich 1938-1945. S. 266 – 303 (741 Fußnoten, > Literatur).

Ruttkay 1982, E.: Archäologisches Fundmaterial aus den Stationen Abtsdorf I, Abtsdorf II und Weyregg I. – Fundberichte aus Österreich, 21 (1982): 143-156. – Wien.

Ries 2014, Marie-Claire: → Palynologische Untersuchung der frühbronzezeitlichen Ufersiedlung Abtsdorf I (Attersee); Bachelor-Arbeit der Universität Kiel, Nov. 2014. 101 Seiten. → nach unten scrollen!

  • 14C-Daten, Klima-Pollendiagramme usw. (bestuntersuchte Station am Attersee), Seespiegel-Oszillationen … Klimaschwankungen … ( > Literatur)

Breitwieser 2001, Rupert, Stradal Christian: → Neues zur neolithischen Pfahlbaustation Kammerl/Attersee. Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines, 2001, Band 146a, 87-95. (Abb. der Station; genaue Lage; historische Bergegeräte)

Schoch 1978, W. und Schweingruber, F.: → Hölzer und Samen aus der neolithischen Seeufersiedlung Misling am Attersee. JbOÖMV 123/I Linz 1978, 223–227.

Włodarczak 2012, Piotr : → Die Gliederung der Schnurkeramik im Zürcher Raum und in Mitteleuropa — Probleme der Synchronisation. In: Form, Zeit und Raum – Grundlagen für eine Geschichte aus dem Boden. Antiqua Nr. 50. Basel 2012.

Kuratorium Pfahlbauten: Monitoring → Abtsdorf I am Attersee:
Die Station Abtsdorf I ist eine seit 1963 bekannte Seeufersiedlung im nordwestlichen Bereich des Attersees in Oberösterreich. Neue Untersuchungen zeigen eine Datierung in den Übergang von der frühen zur mittleren Bronzezeit.

Die heute noch fassbaren Überreste der Seeufersiedlung Abtsdorf I befinden sich auf einer Untiefe am nordwestlichen Ufer des Attersees in einer Wassertiefe von 2,1 m bis 2,8 m. Diese Untiefe wird durch eine sich in den See hinausziehende Landzunge (genannt Teufelsbrücke) gebildet. Aufgrund des bisher postulierten prähistorisch niedrigeren Wasserstands, kann angenommen werden, dass sich diese Siedlung ehemals auf einer Halbinsel befand. Diese Halbinsel war zwar den Naturelementen stärker ausgesetzt, bot aber auch größeren Schutz gegenüber Feinden. An den Rändern der Untiefe wurden einige Pfähle entdeckt. Oberflächenfunde aus abgerollten Keramikfragmenten konnten im mittleren Bereich der Untiefe erkannt werden. In den Kratern, die durch Ankerketten von Segelschiffbojen verursacht werden, konnte mehrfach offen liegende Kulturschicht mit Hölzern und zahlreichen Funden beobachtet werden.

Einen deutlichen Aufschluss über die stratigrafischen Verhältnisse erbrachten die Sedimentkernproben. Die Bohrflucht 1 mit insgesamt elf Kernproben wurde entlang der Grundlinie, also im mittleren Siedlungsbereich angelegt. Das Niveau der Kulturschicht liegt zwischen 2,30 m und 2,55 m unter dem heutigen Seewasserspiegel des Attersees. Aktuelle Forschungsergebnisse erbrachten mit Hilfe der Radiokarbonmethode (C14-Datierung) eine Neudatierung der Siedlung in die Zeit um 1650 v.Chr.. Diese Zeit im Übergang von der Frühbronzezeit zur Mittelbronzezeit war z.B. im Mittelmeer geprägt durch die Hochkulturen auf Kreta sowie im Alten Ägypten. Außerdem ließen erste Auswertungsergebnisse der Pflanzenfunde ein breit gefächertes Kultur- und Wildpflanzenspektrum erkennen. Bisher eindeutig nachgewiesene Nutzpflanzen wie Dinkel oder Flachs sind charakteristisch für die frühbronzezeitliche Landwirtschaft. Darüber hinaus gehörte Holunder, Hasel und Brombeere zu den genutzten Pflanzen der bronzezeitlichen Bevölkerung am Attersee.

Allgemeine Pfahlbauforschung in Österreich

Felber 1970, Heinz: → Vienna Radium Institute – Radiocarbon Dates I. Zs. Radiocarbon, Vol. 12, No. 1, 1970, pp. 298-318. (Methodik; Daten bis 1970)

Ruttkay 2004, Elisabeth; Cichocki, O.; Pernicka, E.; Pucher, E.: Prehistoric lacustrine villages on the Austrian lakes: past and recent research developments. (S. 50–68). In: Menotti 2004, Francesco: → Living on the Lake in Prehistoric Europe: 150 Years of Lake-Dwelling Research. 305 Seiten, Routledge, 2004. (Alle Länder)

Antl-Weiser 2010, Walpurga, Kern Anton, Stadler Peter: → Nachruf Dr. Elisabeth Ruttkay. Annalen des Naturhistorischen Museums in Wien, 2010, Band 112A, S. 55-66. → Liste der 98 Veröffentlichungen von Ruttkay

Offenberger 1981, Johann: Die 'Pfahlbauten' der Salzkammergutseen. In: OÖ Landes-Ausstellung 1981: Das Mondsee-Land - Geschichte und Kultur. Katalog, 1981. S. 295–357.

Offenberger 1971, Johann: → Probleme und Techniken der Pfahlbauforschung. JBOÖMV Bd. 116, 1 (1971). S. 9-21.

Offenberger 1976, Johann; mit Beiträgen von Schatz Alfred; Vymazal Alfred: → Die österreichischen Pfahlbauten. Ein Arbeitsbericht. S. 105-138. JBOÖMV Band 121a, (1976). Mit 7 Abbildungen (u.a. Tafel II: Weyregg: Grundschwelle)

Schmidt 2006, Roland et al.: Climatic Changes from 12,000 to 4,000 Years Ago in the Austrian Central Alps Tracked by Sedimentological and Biological Proxies of a Lake Sediment Core. Journal of Paleolimnology 35(3); 2006:491-505

Schöbel 2009, Gunter: → Vom Baum zum Einbaum – ein archäologisches Experiment im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen am Bodensee. Bericht der Bayrischen Bodendenkmalpflege 50, München 2009. S. 82: Geschwindigkeit der Überfahrt mit Einbaum über den Bodensee von 5 kmh.

Gruber 2008, Heinz: → Das Neolithikum in Oberösterreich - Ein Überblick zum Forschungsstand. Archäologische AG Ostbayern / West- und Südböhmen / OÖ, Juni 2008 in Manching. Fines Transire 18, 2009, S. 133-143.

Gruber 2011, Heinz: → Pfahlbauten - Österreichs neues Welterbe. Denkmal heute, 2011, 37–41.

Berwerth 1907, Fritz: → Pfahlbauten in den Ostalpen. (Vortrag mit Lichtbildern, 14.5.1907) Mitteilungen des Naturwissenschaftlichen Vereins der Universität Wien, 1907, S. 126-127.

Saile 2014, Thomas: → Ein Kampf um Altheim? Zur Unschärfe vorgeschichtlicher Lebensbilder. In: Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie 259 (Bonn 2014) 225–236.

Wild 2001, Eva; Friesinger, H.; Kutschera, W.; Stadler, P.: Absolute Chronology for Early Civilisations in Austria and Central Europe using 14C-Dating with Accelerator Mass Spectrometry: → Tab. 1: 14C-Daten des Neolithikums und der Frühen Bronzezeit in Österreich.

Wild 2016, Eva Maria; Ruttkay, E.; Stadler, P. et al.: → New chronological Frame for the young Neolithic Baden Culture in Central Europe (4th millenium BC). Cambridge University Press: 18 July 2016.

Yu 1995, Ge: → Lake Status Records from Europe: Data Base Documentation. In: Palaeoclimatology Publications Series Report No. 3. World Data Center-A For Paleoclimatology NOAA Paleoclimatology Program, Colorado 1995. 456 Seiten. (Attersee p. 10-12, Mondsee p. 13-14.)

Spezielle Pfahlbauforschung in Österreich

Hafner 2016, Albert; Schlichtherle, Helmut; Taylor, Timothy; Tinner, Willy: → International und interdisziplinär. Archäologie und Umweltwissenschaften heute (2016). (Wissenschaftliche Projekte gelten heute als besonders erfolgversprechend, wenn sich verschiedene Disziplinen zusammenschließen, um offene Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten … Es gibt derzeit noch keinen Volltext.)

Hafner 2020, Albert et al. (Hrsg.): → Settling waterscapes in Europe: The archaeology of Neolithic and Bronze Age pile-dwellings. Heidelberg: Propylaeum, 2020 (OSPA – Open Series in Prehistoric Archaeology, Band 1). 290 Seiten. E-Book - 76 MB. S. 157: A new look at late Neolithic plant economy from the site of Zürich-Parkhaus Opéra; Timothy Taylor ...

Pernicka 2012, Ernst: → The Development of Metallurgy in Western Anatolia, the Aegean and Southeastern Europa before Troy (and Mondsee). In: Western Anatolia before Troy. Proto-Urbanisation in the 4th Millenium BC? → Proceedings of the International Symposium held at the Kunsthistorisches Museum Wien OPEN ACCESS, Vienna, Austria, 21-24 November, 2012.

Menotti 2004, Francesco: → Living on the Lake in Prehistoric Europe: 150 Years of Lake-Dwelling Research. Routledge 2004. E-Book.

Ruttkay 2004, E., Cichocki, O., Pernicka, E., Pucher, E.: → Prehistoric lacustrine villages on the Austrian lakes: past and recent research developments. in: Menotti, Francesco. p. 50-69. (DOWNLOADABLE)

  • S. 56, 57 u.: mehrere Konnexe zu Schweiz: Bodensee und Zürichsee
  • S. 58 u.: Absolute Chronology of Mondsee: 3.700-3.100 v. Chr. (68%-Wahrscheinlichkeit) Ruttkay (1998), Tab. 30.

Maurer 2014, Jakob: → Die Mondsee-Gruppe: Gibt es Neuigkeiten? (sind aber KEINE Pfahlbauern) Ein allgemeiner Überblick zum Stand der Forschung. Vorträge des 32. Niederbayerischen Archäologentages, 2014, 145-190.

Brandfeldbau

Schier 2016, Wolfram et mult. al.: → Late Neolithic Agriculture in Temperate Europe—A Long-Term Experimental Approach. Land 2017, 17 Seiten. (Creative Commons Attribution (CC BY) license (http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ ) „slash-and-burn“

Rösch 2008, Manfred; Schier, Wolfram et al.: → Spätneolithische Landnutzung im nördlichen Alpenvorland: Beobachtungen - Hypothesen – Experimente In: W. Dörfler/J. Müller (Hrsg.): Umwelt – Wirtschaft – Siedlungen im dritten vorchristlichen Jahrtausend Mitteleuropas und Südskandinaviens. Neumünster 2008:301–315. (Ertrag von Getreide-Anbauversuchen nach Brand in Forchtenberg)

  • Eine Hypothese zur Landnutzung im Spätneolithikum des nördlichen Alpenvorlands erklärt die Beobachtungen an Pollenprofilen und Großrestanalysen an Fundplätzen widerspruchsfrei. Sie geht von Brandverfahren und Aschedüngung aus. Das steht in Gegensatz zu der ab den Metallzeiten vorherrschenden Mistdüngung. Die Modelle für das Jungneolithikum und das Endneolithikum unterscheiden sich: Für das Jungneolithikum wird von jährlicher Verlagerung der Anbauflächen und Verwendung des vor Ort gewachsenen Holzes als Brennstoff und Dünger ausgegangen, für das Endneolithikum von ortsfesten Anbauflächen auf den besten Böden und Zufuhr des im Niederwaldbetrieb erzeugten Brennholzes von schlechteren Standorten.
    Zehn Jahre Anbauversuche mit diesen Verfahren und im Vergleich mit Verfahren ohne Brand haben gezeigt, dass mit den Brandverfahren ohne Düngung Erträge erzielt werden können, die denen der modernen Intensivlandwirtschaft gleichkommen, während Anbau ohne Brand und Düngung überhaupt nur auf besten Böden möglich ist. Auch bei der Abwägung von Ertrag zu Aufwand schneiden die Brandverfahren am besten ab.

Schier 2009, Wolfram: → Extensiver Brandfeldbau und die Ausbreitung der neolithischen Wirtschaftsweise in Mitteleuropa und Südskandinavien am Ende des 5. Jahrtausends v. Chr. PZ, 84. Band, S. 15-43, Walter de Gruyter 2009.

Brandfeldbau im Umfeld der voralpinen Seerandsiedlungen CC BY SA
Dipl.-Ing. F. Axel Berger, Institut für Ur- und Frühgeschichte Universität zu Köln
http://axel.berger-odenthal.de/work/Referat/
http://axel.berger-odenthal.de/work/Referat/Vortrag-Brandfeldbau.pdf HACK-BILDER
http://axel.berger-odenthal.de/work/Referat/Hout-Brandfeldbau.pdf
http://axel.berger-odenthal.de/work/Referat/Literatur-Brandfeldbau.htm

Landwirtschaftliche Praktiken bei neolithischen Seeuferstandorten _ Kultivierung der Auswahl OPEN ACCESS
How to cite this article: Amy Styring, Ursula Maier, Elisabeth Stephan, Helmut Schlichtherle and Amy Bogaard (2016). Cultivation of choice: new insights into farming practices at Neolithic lakeshore sites. Antiquity, 90, pp 95-110.

Literaturlisten

→ ETHZ-Suche

Ruttkay, E. in → Researchgate

Maurer, Jakob: → Literaturlisten Pfahlbauten (12.10.2018); → Veröffentlichungen

Pfahlbauten im → Austria-Forum

Pfahlbauern im → Austria-Forum

Pfahlbauten in: → Zobodat